Globaler E-Commerce für Babyartikel

Die Evolution einer digitalen Plattform
MAM Baby wurde 1976 in Wien gegründet. Das international agierende Unternehmen ist eigentümergeführt und gilt als Marktführer für qualitativ hochwertige, in Zusammenarbeit mit medizinischen Expert:innen entwickelte Babyartikel. Es vertreibt seine Produkte weltweit in über 60 Ländern. Diese Case Study beschreibt mit der Modernisierung der globalen, digitalen Präsenz in Zusammenarbeit mit der Wiener Webagentur LIMESODA.
Die Suche nach einem Partner für die Weiterentwicklung einer bestehenden Plattform führte den Babyartikelspezialisten zu uns. Nach ersten Workshops und einer umfassenden Systemanalyse übernahmen wir das Projekt 2015 und betreuten die Systeme bis 2023.
Wir wurden als Digitalagentur mit dem Relaunch des Onlineshops und der Website beauftragt. Sowohl Design als auch die technische Plattform, basierend auf den Systemen Magento und TYPO3, sollten erneuert und für den internationalen Vertrieb zukunftssicher aufgestellt werden.
Wir wissen: Wer global agiert, braucht digitale Exzellenz. Wir transformierten ein reines Shop-System in eine moderne Informations- und Serviceplattform für B2C und B2B. Wir lieferten Design & Kreation, E-Commerce und technologische Innovation. Das Ergebnis: Ein Webauftritt für Schnuller, Stillprodukte & Co - sowohl für Konsumentinnen und Konsumenten, sowie für Healthcare Professionals. Weltweit.
- Kunde
- MAM Babyartikel
- 1000
- Baby & Kinderartikel, Forschung & Entwicklung, Gesundheit & Medizin, Handel
- Wien
- Unsere Leistungen
- Schlüsselpersonen
- Bernd Pfeiffer Design & Kreation

- Beate Design & Kreation

- Matthias Glitzner-Zeis Programmierung

- Andrea Beratung

Kundendaten
Die Ausgangssituation
Das Hauptgeschäft des Unternehmens lief über B2B-Kanäle. Ziel des Onlineshops war primär die Informationsvermittlung. Der Shop sollte die Produktwelt optimal präsentieren. Technisch war die Ausgangssituation wegen gewachsener Strukturen und Abhängigkeiten durch vielfältige Schnittstellen sehr komplex.
Der Babyartikelspezialist wollte die Kundenbindung stärken. Dafür schufen wir eine schnelle, zentrale Informationsplattform mit personalisierten Services. Globale Erreichbarkeit und Rechtssicherheit waren entscheidend. Das Shop-System musste 40 Länder und 19 Sprachen bedienen.

Wartungsübernahme und Weiterentwicklung
Wir starteten mit einer klaren Roadmap und übernahmen die bestehende Systemlandschaft. Unser Konzept setzte auf eine Dual-System-Architektur. TYPO3 diente als flexibles Content-Management-System. Magento war die Basis für E-Commerce und User-Management. Die Stabilität der Schnittstellen hatte oberste Priorität. Wir planten eine modulare und skalierbare Lösung. Sie musste den weltweiten Anforderungen standhalten. Für die bestmögliche User-Experience programmierten wir individuelle Schnittstellen. Seiten-Header und Footer wurden innerhalb von TYPO3 redaktionell erstellt und anschließend über einen Export an Magento geliefert. Damit wechselten User nahtlos zwischen den Systemen, ohne einen Unterschied zu bemerken. Die shopspezifischen Menüpunkte wie Warenkorb oder Login inkl. User-Account luden wir dabei dynamisch sowohl in Magento als auch TYPO3 und nahmen sie vom Caching aus. Auch innerhalb der Website gab es weitere dynamische Elemente, die direkt über eine SOAP-Schnittstelle vom Shop bezogen wurden.

Maßgeschneiderte Technologie
Durch die globale Ausrichtung der Website und des Shops wurde ein großer Wert auf Performance gelegt. Aus diesem Grund wurden Tools wie z.B. Varnish Caching eingesetzt. Dieser sorgte dafür, dass die Ladezeiten verkürzt und die Performance deutlich verbessert wurden. Durch Varnish wurden die meisten Anfragen direkt beantwortet und der dahinterliegende verwendete Ngnix Webserver und die Applikations-Anwendungen (PHP-Prozesse, Datenbank) massiv entlastet. Die Konfigruation wurde so optimiert, dass dynamische Inhalte davon ausgenommen wurden. Da der Serverstandort in Europa war und wir auch Länder wie Brasilien, Amerika und China abgebildet haben wurde zusätzlich ein Content Delivery Network (CDN) von Cloudflare eingerichtet. Der Hauptvorteil eines CDN ist die Verkürzung der Ladezeiten (Latenz) Ihrer Website. Die Inhalte werden nicht vom weit entfernten Hauptserver (Ursprungsserver) geladen, sondern von einem Edge-Server, der sich in der Nähe des Nutzers befindet. Dies reduziert die physische Entfernung der Datenübertragung und damit die Ladezeit.
Separater Server in China
Um die Performance im wichtigen Absatzmarkt China zu gewährleisten, wurden regelmäßig User-Tests vor Ort durch den Kunden durchgeführt und protokolliert. Dadurch stellten wir fest, dass trotz dieser Maßnahmen die Performance nicht ideal für chinesische Nutzer war. Da China ein wesentlicher Markt war, bauten wir eine eigene Infrastruktur innerhalb von Festlandchina auf. Dadurch reduzierten wir die Latenz und verbesserten die Ladezeiten erheblich. Eine Speziallösung spiegelte die bestehende Code-Basis der Applikation auf den chinesischen Server. Die Deployment-Pipeline bediente gleichzeitig den internationalen und den chinesischen Server, was die laufenden Investitionen in die Wartung trotz getrennter Systeme im Rahmen hielt.
Damit auch dem Redaktionsteam doppelte Wartung weitgehend erspart bleibt, entwickelten wir eine Synchronisation der Inhalte. Gemeinsam mit dem Kunden definierten wir die Inhalte, die regelmäßig automatisiert übertragen werden mussten. So blieb der Datenstand gleich, ohne doppelt zu arbeiten. Die Synchronisation der Daten lief regelmäßig im Hintergrund. Zudem konnte man dies jedoch auch redaktionell anstoßen, sodass bei Adhoc-Aktionen die Daten direkt übertragen wurden.
Neben den technischen Gegebenheiten wurden zusätzlich spezifische Implementierungen vorgenommen, so z.B. wurden Erweiterungen hinsichtlich dem Tracking und Suchmaschinenoptimierung durchgeführt. Dadurch wurde der Shop auch in der chinesischen Suche Baidu bestmöglich ausgespielt.
Individuelle Services in 40 Ländern
Nicht nur auf technischer Ebene war die Gestaltung einer Website bzw. Webshops für viele kulturell unterschiedliche Länder eine Herausforderung. Durch unterschiedliche Anforderungen wie z.B. die Gesetzeslage vor Ort, Preiskalkulationen oder Logistik mussten bestmögliche Strukturen geschaffen werden, um diese abbilden zu können. Gleichzeitig sollte die Datenpflege für Redakteure weiterhin einfach sein. Hierfür richteten wir im CMS TYPO3 spezielle Fallback-Mechanismen ein. Für Sprachen mit mehreren Länderversionen wurden die Inhalte nach einer Fallback-Logik vererbt. Gleichzeitig bestand jedoch die Möglichkeit, Inhalte und Seiten punktuell davon auszunehmen und eine länderspezifische Übersetzung vorzusehen.
Auch in Magento mussten wir die native Vererbungslogik erweitern. Magento kann sogenannte Attribute zwar nur innerhalb einer „Website“ vererben, doch durch ein von uns entwickeltes Feature konnten diese Funktion auch für andere Mandantenebenen in Magento eingesetzt werden. Für andere Webseiten/Stores konnte so eine Sprachversion definiert werden, von der die Daten bezogen werden. Damit musste man z.B. nur in einer englischen Sprachversion Inhalte pflegen, die in alle anderen englischen Sprachversionen übernommen wurden. Weiterhin war es möglich, diese Werte zu überschreiben. Dies führte zu einer starken Reduktion der manuellen redaktionellen Wartung.

Verteilte Logistikzentren
Die zentrale Verwaltung aller Shops über ein deutsches Lager stieß an ihre Grenzen, als wir den brasilianischen Markt erschlossen. Aufgrund restriktiver Importgesetze und einer erheblich abweichenden nationalen Steuerberechnung, wurde die Einführung einer eigenständigen, lokalen Logistik- und ERP-Lösung unumgänglich. Weiterhin konnten im regulären Shop die Bestellungen vom User abgesetzt werden und die Rechnungsgenerierung und Logistik wurden über eine XML-basierte Middleware in das bestehende ERP System übertragen und weiterverarbeitet.
Im internationalen Store gab es eine tabellenbasierte Berechnung der Lieferkosten. Aufgrund der Größe des Landes war eine Pauschalierung für Brasilien nicht zweckmäßig. Die Anbindung des brasilianischen Versanddienstleisters Correios war die Lösung. Diese Integration lieferte die Lieferkosten direkt im Checkout-Prozess live auf Basis der eingegebenen Postleitzahl. Für die Berechnung der Lieferkosten wurden das Gewicht und die Maße der Produkte verwendet.
Die Multistore-Inventory-Funktion von Magento ermöglicht die Verwaltung des internationalen und des brasilianischen Lagerstands in einem System.
Individualisierte Produkte? Kein Problem!
Ein Herzstück des Shops war die Möglichkeit, Schnuller und Schnullerbänder zu individualisieren. Über einen Konfigurator konnten User bestimmte Produkte auswählen und individuelle Texte und Icons auf den Schnuller lasern lassen. Eine Voransicht zeigte das endgültige Aussehen. Neben den gelaserten Schnullern gab es auch die Möglichkeit, Schnullerbänder besticken zu lassen. Diese Bestellungen wurden über eine eigene Schnittstelle direkt an die Maschine im ungarischen Werk übermittelt.
Da diese Produkte manuell produziert werden, wurde auch eine Bearbeitungsmöglichkeit für die Korrektur fehlerhafter Eingaben implementiert. Herausforderung hierbei waren Limitierungen mit diakritischen Zeichen an den Maschinen. Schon bei der Usereingabe sorgten zahlreiche Checks für die fehlerfreie Produktion.
Ein besonderes Highlight war die Integration von Emoticons. Durch das Verfahren selbst (Laserung) waren wir limitiert in der Verwendung individueller Bilder. Aus diesem Grund wurde ein Emoticon Set vorgesehen, aus dem User für die Aufwertung individueller Texte auswählen konnten.
Zielgruppenorientierte Layouts und Features
Neben B2C-Kunden waren B2B-User, Health Care Professionals (HCP), eine wichtige Zielgruppe. Darunter Ärzt:innen, Hebammen und ähnliche Berufsbilder. Ein separater HCP-Website- und Shopbereich mit eigenem Farbschema optimierte die Userexperience. Inhalte auf diesen Seiten konnten nur nach der Registrierung für Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich eingesehen werden. Für die Freischaltung dieser User gab es eigene Workflows und eine separate Registrierungsmaske, in der zusätzliche Dokumente übermittelt werden mussten. Erst nach manueller Prüfung und Freischaltung konnten User Inhalte einsehen und Bestellungen tätigen.
Für größtmöglichen Komfort stand auch das Login über das Single Sign On (SSO) von DocFinder zur Verfügung. User mit Account auf dieser Gesundheitsplattform konnten sich ohne Login anmelden, im Hintergrund prüfte eine Schnittstelle die Berechtigung. War dies der Fall, so wurde der User automatisch in Magento in der entsprechenden Rechtegruppe angelegt und automatisiert freigeschaltet. Dies entlastete auch das Backoffice unseres Kunden.
Für den HCP-Bereich entwickelten wir eigene Features, wie eine Wissensdatenbank. Eine Schlagwort-Suche lieferte passende PDF-Materialien (z.B. Studien). Ein weiteres Feature für Fachpersonal war die Möglichkeit, 1x jährlich Muster für eine bestimmte Produktpalette gratis zu bestellen.
Für Messe-Auftritte stand eine von Blue Monkeys entwickelte Health-Care-App zur Verfügung. Durch die App konnten User direkt bei der Messe registriert werden. Diese gesammelten Userdaten holten wir im Anschluss über eine SOAP Schnittstelle in das Magento-Shopsystem. Auch für diesen Registrierungsprozess wurde ein eigener Workflow entwickelt. User erhielten eigene DOI-Mails als Messekontakt und wurden automatisiert freigeschaltet.

Online-Kampagnen und Landingpages
Wir unterstützen auch im Online Marketing. Beispielsweise Social Media Kampagnen mit eigenen Videos. Für optimale Conversions stand neben der Hauptwebsite auch ein Landingpage-System, entwickelt auf Basis von TYPO3, zur Verfügung. Losgelöst von der regulären Website konnten so für diverse Aktionen kurzfristige Landingpages im gewohnten Look & Feel generiert werden. Auch für unterschiedliche Sprachen und mit eigener Domain. Dies ermöglichte schnelle und kostengünstige Kampagnen.
Für messbare Erfolge unterstützten wir beim Aufsetzen eines umfangreichen Conversiontrackings mittels Google Tag Manager. Dabei wurden für die unterschiedlichen Länder individuelle Trackingkonzepte entwickelt. Der Shop generierte auch optimierte Shopping Feeds für Google und Meta, was die Leistung der E-Commerce-Kampagnen deutlich verbesserte.
Das Happy Baby Game
Spannend war die Entwicklung eines eigenen Games „MAM Happy Baby“. Dieses Spiel wurde als Progressive Web App (PWA) mittels HTML5 Canvas entwickelt und verwendete die Phaser Engine (reines JavaScript mit einer Game Engine). Kunden in den 19 teilnehmenden Ländern lernten auf spielerische Weise die Funktionen und Vorteile der neuen Produkte kennen.
Die Schwierigkeit dabei: Die Zielgruppe Jungeltern ist wegen der Kombination aus Beruf und Familie stark unter Druck und nicht leicht zu erreichen. Daher mussten wir eine Lösung finden, Mamas und Papas in Ihren Ruhepausen zur unterhalten, damit sie uns ihre Aufmerksamkeit gerne und freiwillig schenken und gleichzeitig dafür belohnt werden.
Mit der Entwicklung eines Mobile Games ermöglichte erreichten wir dieses Ziel und schickten die Zielgruppe geschickt auf eine Erkundungsreise rund um die Vorteile der Baby-Produkte. Wichtig war uns die anspruchsvolle Gestaltung der Spieloberfläche.
Zum Spielablauf: Die Anzahl der Babys nimmt mit der Dauer des Spiels zu und setzt den Spieler unter Druck. Sie alle wollen gefüttert, beruhigt, umsorgt, und gepflegt werden. Wenn sie innerhalb von Sekunden nicht bekommen, was sie wollen, beginnen sie laut zu weinen. Eltern kennen das. Habe ich aber genügend Babys zufriedengestellt, ist mein Organisationstalent bewiesen und ich kann an einem Gewinnspiel teilnehmen. Insgesamt wurden drei Varianten des Spiels erstellt. Die Themen lauteten Halloween, Weihnachten und Ostern, mit jeweils unterschiedlichen Hintergründen und Background-Animationen.
Das Happy Baby Game bringt den Kunden auf spielerische Weise die Funktionen und Vorteile der neuen Produkte näher und fordert sie heraus, die Bedürfnisse einer ganzen Krabbelstube voller Babys zu erkennen und mit den richtigen Produkten zu stillen. Knapp 30.000 Spielteilnahmen aus 19 Ländern unterstrichen den Erfolg dieser Game-Kampagne.

Barrierefreiheit
Aufgrund der stark internationalen Ausrichtung des Webshops stellten wir frühzeitig die Barrierefreiheit gemäß Americans with Disabilities Act (ADA) sicher. Beispielsweise ermöglichte ein Kontrast-Umschalter die Anpassung der Farben ohne Eingriff in das Corporate Design. Diese Arbeiten erfolgten zu einem Zeitpunkt, als die heutige Barrierefreiheitsverordnung in Europa noch kein Thema war.
Schnittstellen-Monitoring
Ein intelligentes Monitoring überwachte permanent alle Schnittstellen und damit das unumgängliche Zusammenspiel aller beteiligter Systeme. Bei Fehlern sendeten wir automatische E-Mail-Warnungen an den hinterlegten Verteiler. Fehler wurden so schnellstmöglich erkannt und behoben. Alerts warnten uns vor starkem Traffic-Abfall. Neben den technischen Systemen überwachten wir auch die Seitenzugriffe. Mails warnten bei Traffic-Abfall, um so frühzeitige Abweichungen zu erkennen und Maßnahmen ergreifen zu können.
Referenzen Babyartikel & Gesundheit
Boost für Ihren Shop?
Sie haben hohe Anforderungen an Ihren E-Commerce-Auftritt? Es geht um Dinge wie Internationalisierung, die Kombination aus B2C und B2B oder komplexe technische Schnittstellen? Endlich E-Commerce und Marketing aus einer Hand? Wir lieben solche Projekte!





























