Magento Vs. Shopware: der ultimative Vergleich

Magento Vs. Shopware

Beim Aufbau eines Onlineshops ist die Wahl des richtigen Shopsystems entscheidend. Doch welches passt am besten zu Ihnen? Als mehrfach ausgezeichnete E-Commerce-Agentur haben wir Erfahrung mit fünf verschiedenen Shop-Lösungen. Darunter auch die viel genutzten Systeme Magento und Shopware. Um Sie bei Ihrer Entscheidung zu unterstützen, stellen wir in diesem Blogpost die beiden führenden Systeme gegenüber.

 

Wozu ein Shopsystem?

Doch starten wir bei den Grundlagen.

Was ist überhaupt ein Shopsystem? Wozu brauche ich eines? Und warum ist die Wahl des richtigen Systems so entscheidend?

E-Commerce boomt: Der Bereich des Distanzhandels wächst stetig. Gerade in den letzten Jahren stieg der dadurch erwirtschaftete Umsatz enorm an. Laut der aktuellen E-Commerce-Studie des Handelsverbands betragen die Ausgaben im Distanzhandel im Jahr 2021 allein in Österreich 10,4 Mrd. Euro, was für das Onlineshopping einen Zuwachs um +20 % bedeutet.

Es ist also nicht verwunderlich, dass immer mehr Unternehmen auf Online-Handel setzen. Ob Konzern oder Start-Up, E-Commerce ist mittlerweile für Betriebe jeglicher Größe ein Muss.

Die Voraussetzung, um Produkte über das Internet verkaufen zu können, stellt ein Onlineshop dar. Ermöglicht wird dies durch ein Shopsystem. Darunter versteht man eine zugrundeliegende Software, über welches ein Webshop seine Produkte verkaufen kann.

Ein Shopsystem kann einerseits durch Individualentwicklung selbst programmiert werden. Die weniger aufwendige Lösung ist es, ein vorgefertigtes System zu nutzen. Beispiele dafür sind Magento, Shopware, Shopify, Adobe Commerce oder WooCommerce.

Wie Sie merken, existiert eine breite Palette an Möglichkeiten, einen Onlineshop umzusetzen. In der vielfältigen Systemlandschaft das passende System zu finden, kann also durchaus eine Herausforderung darstellen. Dabei ist die Wahl des geeigneten Shopsystems als technische Basis ein entscheidender Faktor für Ihren Erfolg im E-Commerce.

Um Sie bei Ihrer Entscheidung beratend zu unterstützen, möchten wir Ihnen die Eigenschaften und Unterschiede der beiden führenden Systeme näherbringen: Magento und Shopware.

 

Magento und Shopware: Überblick über die führenden Shopsysteme

Um als Nächstes einen Überblick über die beiden Shopsysteme zu bekommen, möchten wir Ihnen diese kurz anhand deren Historie, Besonderheiten und Positionierung vorstellen. Außerdem werfen wir einen Blick auf die globale Verbreitung der Systeme sowie speziell in Österreich, Deutschland und der Schweiz. 

 

Das Shopsystem Magento

Logo Magento

Magento ist eines der beliebtesten Open-Source-Shopsysteme. Seinen Ursprung hat das System in Los Angeles, USA. Die erste Version Magento 1 wurde 2008 vom Unternehmen Varien, später Magento Inc. veröffentlicht.

Diese erreichte jedoch 2020 ihr End of Life, das bedeutet es werden keine Sicherheitspatches seitens des Anbieters mehr zur Verfügung gestellt. Das technologisch gesehen komplett andere, frühere Magento 1 wurde daher von der 2015 eingeführten Version Magento 2 abgelöst. Seit 2018 gehört Magento zum Softwareunternehmen Adobe. 

Besonders in den letzten Jahren hat sich das Shopsystem stark weiterentwickelt. Es verfügt beispielsweise über 10.000 Plugins und Schnittstellen zu zahlreichen Systemen.

Es stehen verschiedene Editionen zur Verfügung, wodurch Anforderungen von kleineren und mittleren Unternehmen ebenso abgedeckt werden können wie jene von Konzernen: Dazu gehören lizenzkostenfreie Edition Magento Open Source und Adobe Commerce, früher bekannt unter Magento Enterprise Edition und Magento Commerce sowie Cloud for Adobe Commerce.

Sie möchten mehr über Magento Editionen erfahren? Klicken Sie hier.

 

Das Shopsystem Shopware

Logo Shopware

Shopware ist ein Open-Source-Shopsystem und gilt im DACH-Raum als  am weitesten verbreitete Lösung. Über 100.000 Händler:innen nutzen die Software. Shopware eignet sich vor allem für KMUs und Konzerne.

Shopware hatte seine Geburtsstunde im Jahre 2000. Es wurde von Stefan Hamann gemeinsam mit seinem Bruder Sebastian in Deutschland entwickelt. Dahinter steht ein eigentümergeführtes Familienunternehmen mit Sitz in Schöppingen. Die Shopware AG finanziert sich zu 100% mit Eigenkapital und beschäftigt mittlerweile mehr als 300 Mitarbeiter:innen.

Shopware legt den Fokus besonders auf den deutschsprachigen Raum: Durch den Ursprung in Deutschland entspricht das System den lokalen Marktbedingungen für E-Commerce in deutschen und österreichischen Märkten passgenau.

Heute gibt es bereits mehrere Versionen des Shopsystems. 2019 wurde die aktuelle Version Shopware 6 vorgestellt. Mit dem Wechsel von Shopware 5 auf Shopware 6 wurde einerseits die technische Basis komplett modernisiert und andererseits die Internationalisierung von Beginn an mit berücksichtigt. Somit stehen Ihnen der EU- wie auch der Weltmarkt offen.

Angeboten werden verschiedene Editionen, welche sich im Funktionsumfang, den Lizenzkosten und im Hosting unterscheiden. Dazu zählen die kostenfreie Community Edition, eine Starter Edition sowie die Professional und Enterprise Edition. Mehr über die Shopware-Versionen erfahren Sie auf unserer Website!

 

Die Positionierung von Magento und Shopware

Shopware positioniert sich gemäß deren Werte “offen, authentisch, visionär” vor allem durch Schnelligkeit und Flexibilität der Software. Somit kann schnell auf Änderungen in der Umwelt reagiert werden. Shopware setzt den Fokus auf Content Commerce durch Erlebniswelten, ermöglicht echten Omnichannel E-Commerce und verfügt über einen API-First-Ansatz, der Headless Commerce und Composable Commerce ermöglicht.

Magento hingegen zeichnen die Internationalität, Stabilität und Größe des Systems aus. Die Kombination aus vorkonfigurierten Features mit Individualisierungsmöglichkeiten, nahtlose Drittanbieter-Funktionen, ein weltweites Netzwerk an Implementierungspartnern und die flexible Headless-Architektur sind weitere Besonderheiten, die Magento auszeichnen.

Der Magic Quadrant für Digital Commerce von Gartner, einem führenden Unternehmen im Bereich Technologieforschung und Beratung, dient als Branchen-Benchmark und zeigt die Wettbewerbspositionierung der einzelnen Systeme grafisch auf. Demnach wird die Positionierung eingeteilt in “Challengers”, “Leaders”, “Niche Players” und “Visionaries”:

Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce

Quelle: Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce (August 2021)

 

Verbreitung von Magento und Shopware

Um einen Überblick über Verbreitung und Beliebtheit der beiden Systeme zu erlangen, sehen wir uns verschiedene Statistiken an:

Magento gilt weltweit als eines der meistverbreiteten Shopsysteme. Angaben von builtwith.com zeigen, dass es am meisten in den USA, dem Vereinigten Königreich und in Deutschland eingesetzt wird.

Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu den Ländern, in denen Shopware am häufigsten Einsatz findet. Doch das Shopsystem hat mittlerweile bereits weltweit Anklang gefunden. Vor allem in Ländern des europäischen Raums, aber auch beispielsweise in den USA wird Shopware eingesetzt. Bei Shopware lässt sich generell eine steigende Tendenz feststellen, wobei die Magento-Kurve abflacht.

Einsatz von Magento

Quelle: www.builtwith.com

 

Einsatz von Shopware

Quelle: www.builtwith.com

 

Magento Vs. Shopware: Vergleich der beiden Systeme

Um die beiden Shopsysteme Magento und Shopware nun zu vergleichen, möchten wir diese in den folgenden Abschnitten in 12 Punkten detailliert gegenüberstellen.

Begonnen mit der technischen Architektur, über die Performance, den Support und die Internationalität beleuchten wir wichtige Grundlagen beider Systeme. Anschließend vergleichen wir das Frontend, Backend, die verfügbaren Funktionen und Features sowie mögliche Erweiterungen und Templates. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Schnittstellen, Usability, Marketingfunktionen und die Kosten von Magento und Shopware.

In einer ultimativen Vergleichstabelle fassen wir die wichtigsten Punkte übersichtlich zusammen. Los geht’s!

 

1) Technischer Hintergrund

Beginnen wir mit der technischen Architektur bzw. Programmiersprachen der beiden Shopsysteme. Wie wir sehen werden, sind die verwendeten Programmiersprachen und die Basis-Software ähnlich. Magento und Shopware unterscheiden sich aber durch die eingesetzten Frameworks und einige weitere Punkte.

 

Magento

Magentos Geschäftslogik ist in PHP geschrieben, als Datenbank-Server wird MySQL verwendet. Der PHP-Code verwendet viele Symfony- und Laminas-Komponenten, ist aber auch stark geprägt von Magentos eigenem Framework, das als Abstraktionsschicht dazwischen liegt und weitere Basis-Funktionalitäten implementiert.

Für das Frontend (für Details siehe auch weiter unten den Abschnitt “Frontend”) wird das Layout über Blöcke zusammengebaut. Dies wird mit XML gesteuert. Jeder Block besteht aus einer PHP-Klasse und dazugehörigem PHP/HTML-Template-Code. Für die Darstellung kommt Magentos eigener CSS-Code mit LESS zum Einsatz, für dynamisches Verhalten werden die JavaScript-Frameworks RequireJS und Knockout.js verwendet.

Das System ist komplett modifizierbar, unter anderem durch Depedency Injection, Events, “Plugins” (die Logik von öffentlichen Methoden überschreiben können, ohne Konflikte zwischen Extensions auszulösen) und den Austausch von beliebigen Business-Logik- und Design-Dateien. Quellcode-Bestandteile und verschlüsselte Module finden sich nicht im System.

Magento setzt als Search Engine den Einsatz von Elasticsearch voraus. Für Caches werden Redis und/oder Varnish verwendet, für Sessions Redis, und für asynchrone Operationen können Queues über RabbitMQ implementiert werden.

 

Shopware

Auch Shopware 6 verwendet PHP für die Business-Logik und MySQL als Datenbank-Server. Shopware ist eine “richtige” Symfony-Applikation, setzt also voll auf dieses Framework. Hier gibt es weniger Abstraktion und “Magie” als bei Magento, was den technischen Einstieg leichter macht.

Im Frontend (auch hier: weitere Details gibt es im Abschnitt “Frontend”) kommen Twig und Bootstrap als Frameworks zum Einsatz, im Admin-Panel auch Vue.js und twig.js.

Shopware verfolgt den API-First-Ansatz, wodurch externe Systeme und Frontend-Applikationen einfach integrierbar sind. Die aktuelle Version Shopware 6 verfügt ebenfalls über keinerlei verschlüsselter Module und Quellcode-Bestandteile.

Auch bei Shopware kann Elasticsearch für die Suche eingesetzt werden. Dies ist jedoch kein “Muss”. Ebenso können für den Cache Varnish oder Redis eingesetzt werden, sowie Redis für die Session-Verwaltung. Queue-Lösungen können über Symfony Messenger und Enqueue umgesetzt werden.

 

2) Performance

Die Performance ist einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg eines Webshops. Die Ladezeit ist dabei von besonders hoher Bedeutung. Denn: höhere Leistung → kürzere Ladezeit → höhere Conversion Rates → mehr Umsatz.

Sowohl Magento als auch Shopware verwenden optional einen Varnish als Full-Page-Cache mit ESI-Tags zum Nachladen von nicht-cachebaren Inhalten. Shopware bietet außerdem alternativ eine Symfony HTTP-Cache Lösung an, Magento eine über Redis.

Beide ermöglichen Bild-, CSS- und JavaScript-Komprimierung, was die Performance steigert.

Im Einsteigerbereich kann bei Magento die Performance jedoch leiden, wenn der Cache bzw. das Template nicht sauber implementiert wurden. Grundsätzlich hängt die Performance stark vom Setup und der Webshop-Pflege ab. Dennoch gelten beide Shopsysteme als zuverlässig und können Belastungen standhalten.

 

3) Support

Beide Systeme zeichnen sich durch eine große Community aus und bieten offiziellen Hersteller-Support für bezahlte Editionen der Software. Zudem gibt es offizielle Dokumentationen für User und Entwickler:innen. 

 

Magento

Community-Inhalte und Unterstützung durch das Ökosystem findet man vor allem im englischsprachigen Bereich.

Auf Anwender:innen ausgerichtet sind das offizielle Community-Forum, der Haupt-User-Guide für die Software und weitere Handbücher. Die zuletzt genannten Handbücher beschreiben einzelne Tools und Features wie Magento Business Intelligence oder allgemeine Empfehlungen von Adobe, wie man ein E-Commerce-Projekt strategisch und operativ angeht.

Für Entwickler:innen gibt es den offiziellen Developer-Guide, das Developer Portal, einen Slack Space, einen eigenen Stack Exchange Bereich, sowie eine Vielzahl von inoffiziellen Websites, kostenpflichtigen Kursen und YouTube-Channels.

Wer es lieber persönlich hat, findet im Web eine Vielzahl von Konferenzen und Meetups. Und wer sich in Österreich treffen möchte, kann gleich zu uns kommen: Unser CTO Matthias hat das Magento Meetup Austria begründet, das wir mitbetreuen.

Offiziellen Hersteller-Support für Anwender:innen-Fragen oder (je nach Support-Level) auch Implementierung erhalten Sie, wenn Sie sich für die lizenzkostenpflichtige Version Adobe Commerce entscheiden. Erste Hilfe bietet zudem das Support-Portal, auch für Händler:innen mit Magento Open Source. Zuletzt gibt es von Adobe regelmäßig Webinare und weitere Info-Inhalte auf der Website.

Offizielle Implementierungs-Partner von Magento bzw. Adobe Commerce Kund:innen haben außerdem Zugriff auf weitere Unterlagen, Webinare und Ansprechpartner.

Auf dem Laufenden bleiben Sie über Magentos Blog und Social Media Kanäle wie zum Beispiel @AdobeCommerce auf Twitter.

 

Shopware

Shopware strebt in den internationalen Raum, doch aktuell ist die Community vor allem deutschsprachig.

Die erste Anlaufstelle für Anwender:innen ist das offizielle Community-Forum. Hier gibt es eigene Bereiche für Shopware 6, alte Versionen und das “Drumherum” wie E-Commerce-Recht und -Marketing. Zum Lernen und für den Betrieb gibt es das offizielle Anwender:innen-Handbuch, Schulungen, Webinare und Shopware TV.

Entwickler:innen finden auf der Website eine offizielle Developer-Dokumentation,Schulungen sowie die oben erwähnten Kanäle, die auf für Developer interessant sein können.

Für den persönlichen Kontakt gibt es vor allem in Deutschland einige Meetups, sowie den von Shopware veranstalteten Shopware Community Day und – geplant – die Shopware Community UnConference. Das Shopware-Team selbst ist außerdem immer wieder auf Veranstaltungen im DACH-Raum vertreten, was auf der Seite Events angekündigt wird.

Offiziellen Hersteller-Support gibt es, wenn Sie sich für eine der kostenpflichtigen Editionen entscheiden. Reaktionszeiten, SLAs und der Umfang des Supports hängen von der Edition und dem dazu gebuchten Support-Level ab. Details finden Sie auf unserer Shopware-Seite.

Shopware-Partner haben, ähnlich wie bei Magento, Zugriff auf weitere Ressourcen und je nach Partner-Level Ansprechpartner.

Neuigkeiten finden Sie in Shopwares Blog und Newsletter, im News-Bereich des Forums sowie in Social Media Kanälen von Twitter über LinkedIn bis zu Facebook.

 

 4) Internationalität

Was wir für den Support und die Community festgehalten haben, gilt auch für die Internationalität: Beide Shop-Systeme können nicht verheimlichen, woher sie kommen, und wohin sie gehen.

 

Magento

Magento wurde ursprünglich für den US-Markt entworfen, aber von Beginn an für die internationale Nutzung ausgelegt. Herausgekommen ist eine Software, die extrem flexibel ist. Das beginnt bei “Basics” wie der Übersetzbarkeit von Texten und Anpassungen für die einzelnen Märkte wie Datums-Formate, Währungen und ähnlichem (“Lokalisierung”), setzt sich fort bei der Steuerkonfiguration sowie Multi-Website-Fähigkeit und endet bei der Möglichkeit, verschiedene Liefer- und Versandarten, Sortimente, Preise, Funktionalitäten, … pro Land/Markt umzusetzen.

Der US-First-Ansatz bedeutet, dass die Software noch nicht out-of-the-box rechtssicher im DACH-Raum verwendbar ist. Erfahrene Magento-Agenturen, die jeden Tag für Kund:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten, haben aber natürlich dafür ein eigenes Setup aus Konfigurationen und Shop-Erweiterungen vorbereitet, mit welcher der Shop schon zu Projektstart mit geringem Aufwand für diese Märkte bereit ist.

Ab hier beginnen die Vorteile: Aufgrund der weiten internationalen Verbreitung von Magento gibt es für sehr viele Sprachen und Märkte fertige Übersetzungen, Anbindungen an Zahlungs- und Versand-Dienstleister und vieles mehr. Diese kann man direkt einsetzen, oder falls im jeweiligen Projekt nötig, an die Anforderungen der Händler:innen anpassen.

 

Shopware

Als Shop-Lösung eines deutschen Unternehmens ist Shopware direkt für den DACH-Raum vorbereitet. Die Konfiguration muss man natürlich – wie bei Magento – vor dem Live-Gang vornehmen, aber für den Betrieb sind alle rechtlichen Erfordernisse erfüllt, um einen Standard-Shop zu betreiben. Damit hat Shopware, besonders für einfache Projekte im DACH-Raum, einen Start-Vorteil gegenüber Magento.

Aktuell arbeitet Shopware an der leichteren internationalen Einsetzbarkeit seiner Software. Die Grundfunktionen – die Übersetzbarkeit von Inhalten und die Lokalisierbarkeit für Währungen, Datums-Formate etc. – sind vorhanden, und für den europäischen Markt gibt es bereits etliche Übersetzungen sowie Anbindungen an Logistik-Anbieter und mehr.

Für große, internationale Projekte, die auch den US-Markt sowie Asien, Afrika, … bedienen sollen, ist jedoch derzeit noch einiges an Eigenleistung bzw. Erweiterungen und Anpassungen durch den Dienstleister nötig.

 

5) Frontend

Das Frontend – also das, was die Webshop-Kund:innen sehen – ist das Aushängeschild eines E-Commerce-Projekts. Entsprechend wichtig ist es für den Erfolg des Online-Geschäfts, ein schönes, gut funktionierendes und schnelles Frontend zu haben. 

Achtung, Hype-Alarm: Lassen Sie sich nicht von Buzzwords täuschen. “Headless” und “PWA” Lösungen werden aktuell inflationär beworben. Sie machen in manchen Fällen Sinn, aber nicht in jedem Projekt. Wir beraten Sie dazu gerne seriös und unvoreingenommen, weil wir Headless und nicht-Headless können. 😉

 

Magento

Aufgrund der Größe und Komplexität von Magento, und damit der längeren Entwicklungsdauer, musste das Technik-Team für Magento 2 sich bereits früh auf ein Technik-Tool-Set festlegen. Schon als Magento 2 im Jahr 2015 erschien, war es damit nicht mehr “state of the art”.

Das fällt einem User nicht direkt auf, denn das offizielle Referenz-Design “Luma” sieht durchaus wie ein normales Shop-System aus, aber für Entwickler:innen wirkt sich das negativ auf die Effizienz in der Umsetzung, Freude an der Arbeit, und die endgültige Geschwindigkeit des Frontends aus.

Wie gut das Endergebnis wird, hängt mit diesem Tool-Set stark vom Dienstleister ab, und nach oben hin auf der Performance-Skala gibt es eine gewisse “gläserne Decke”, die nur mit viel Aufwand durchstoßen werden kann.

Doch nicht alles ist verloren, denn es gibt Alternativen: eine offizielle, und mehrere inoffizielle.

Magento begann bereits vor Jahren, die offizielle Alternative als Nachfolger aufzubauen: “PWA Studio”. Das ist eine sogenannte Headless-Implementierung, in welcher der Code für die Darstellung im Web-Browser und jener für die Geschäftslogik auf dem Web-Server komplett getrennt sind. Zugleich bringt “PWA Studio” auch Features einer Progressive Web Applikation (PWA) mit, wodurch sich der Webshop mehr wie eine native Mobile App verhält, ohne dass man dafür eine extra App installieren muss.

Inoffizielle Alternativen gibt es mehrere. Neben mehreren Headless-Implementierungen / PWAs, die alle einen ähnlichen Ansatz verfolgen und manchmal, aber nicht immer für ein Projekt ökonomisch und technisch sinnvoll sind, möchten wir “Hyvä” herausstreichen.

Hyvä ist ein kostenpflichtiges Technik-Tool-Set und Shop-Frontend für Magento 2, bei dem der Code von Web-Server und Web-Browser auf “traditionelle” Weise zusammenarbeiten, also nicht “Headless”. Zugleich besteht das Technik-Tool-Set aber aus modernen, weit verbreiteten und modernen Werkzeugen wie Tailwind CSS und Alpine.js. Sie erlauben eine effizientere Anpassung des Designs, die Entwickler:innen auch mehr Freude macht. Das Shop-Frontend ist funktional gleich mit Magentos “Luma”-Referenz, aber der Code wurde von Grund auf neu für schnelle Darstellung geschrieben. Hyvä vereint somit einen weniger komplexen und damit günstigeren “traditionellen” Ansatz mit einem schnellen, modernen Frontend. Wir setzen Hyvä seit einiger Zeit für alle unsere neuen Projekte ein.

 

Shopware

Shopware 6 bietet wie Magento zwei Ansätze für das Frontend eines Webshops: den “traditionellen” Ansatz und eine Headless-Implementierung, in welcher der Code für die Darstellung im Web-Browser und die Geschäftslogik auf dem Web-Server komplett getrennt sind.

Der traditionelle Ansatz arbeitet mit der etablierten Templating-Engine Twig und dem CSS-Framework Bootstrap. Weil Shopware 6 im Jahr 2019 veröffentlicht wurde, ist dieses Tool-Set noch recht aktuell und ist nicht “aufregend”, aber funktioniert einfach, wie es soll. Wie gut das Endergebnis in Sachen Performance aussieht, hängt vom implementierenden Dienstleister ab. Tendenziell ist es hier leichter, gute Zahlen zu erzielen als mit Magento 2, seinem traditionellen Tool-Set und “Luma”.

Anders sieht es hingegen aus, wenn man den traditionellen Ansatz in Shopware mit Magentos “Hyvä” Tool-Set und Referenz-Design vergleicht. Hier erzählt Magento tendenziell bessere Werte, und man muss sich auch mit Shopware anstrengen, um in ähnliche Bereiche vorzustoßen.

Und, wie angekündigt, darf auch bei Shopware die “Headless-Implementierung” nicht fehlen. Sie fällt Shopware insofern leichter, als das System einen “API First Ansatz” verfolgt, und somit alle Geschäftslogiken von Grund auf über Schnittstellen erreichbar sind. Die Shopware AG implementiert allerdings nicht selbst eine Referenzlösung wie Magentos “PWA Studio”, sondern kooperiert mit dem Start-up Vue Storefront, und empfiehlt deren Implementierung “Shopware PWA” als offizielle Headless-Lösung.

 

6) Backend

Vorweg: beide Softwares haben eine umfangreiche Shop-Administration, in der sich fast alles von Admin-Usern steuern lässt. Die folgende Aufstellung  ist umfassend, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Magento

Im Administrations-Bereich von Magento können alle Shop-Inhalte administriert werden. Mit Magento 2 wurde das Admin-Panel mit einem Responsive Design umgesetzt und ist daher in vielen Bereichen auf Mobilgeräten bedienbar.

Außerdem gibt es Komfort-Features: Zum Beispiel können User individuell die Spalten in Listen-Darstellungen anpassen und sortieren sowie Filter für diese Listen speichern.

Zu den Funktionen im Backend zählen:

  • Produktmanagement: Produktkataloge mit Produkten und Kategorien erstellen und verwalten, beliebige Produkteigenschaften anlegen
  • Kunden und Kundengruppen anlegen und verwalten
  • Bestellungen, Rechnungen, Sendungen und Gutschriften (sowie Reklamationen in Adobe Commerce) anlegen und verwalten
  • Rabatte & Aktionen: Automatische Produktkatalog- und Warenkorbpreisregeln anlegen
  • Newsletter-Empfänger verwalten
  • E-Mail-Templates anpassen
  • SEO-URLs verwalten
  • Kund:innen-Reviews moderieren und verwalten
  • CMS-Seiten und -Inhalte mit einem Page Builder / Drag & Drop Editor erstellen und bearbeiten
  • Medien-Dateien verwalten
  • Design-Konfigurationen vornehmen
  • Webshop-/E-Commerce-Daten analysieren und Reportings generieren Datenanalyse
  • Multiple Lagerstände verwalten (Multi-Lager-Verwaltung)
  • Steuern, Produkteigenschaften, Währungen, Order-Status, Shop-Einstellungen, Zahlungs-/Versandarten, und vieles mehr konfigurieren
  • Daten importieren und exportieren
  • Backend-User:innen anlegen und verwalten

 

Shopware

Der Admin-Bereich des Shopsystems Shopware ermöglicht durch seine Übersichtlichkeit eine intuitive Benutzerführung. Folgende Punkte werden durch die zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten in Shopware ermöglicht:

  • Produktmanagement: Produktübersicht, Hersteller, Produkte anlegen, Produkteigenschaften mit filterbaren Informationen, Kategorieverwaltung, dynamische Produktgruppen, Produktbewertungen
  • Bestellungen anlegen und verwalten
  • Kunden anlegen und Kundenübersicht
  • Content Management durch Medienmanager, direkte Gestaltung von Contentelementen
  • Zentrale Content-Verwaltung durch Datensatzmanagement
  • CMS-Erweiterungen verfügbar
  • Erlebniswelten zur Erstellung von Landingpages, Shop-, Produkt- und Kategorieseiten per Drag & Drop
  • Erstellung von Themes
  • Rabatte & Aktionen anlegen
  • Übersicht & Verwaltung von Newsletter-Empfängern
  • Zahlreiche Shop-Einstellungen wie Adressen, Kundengruppen, Länder, Lieferzeiten etc.
  • Verwaltung von Verkaufskanälen wie Social Shopping, Vergleichsportale

 

7) Funktionen & Features

Beide Systeme bringen schon im Standard eine enorme Menge an Funktionen mit. Ausführliche Feature-Listen finden Sie auf unseren Informations-Seiten zu Magento-Features und Shopware-Features.

Hier konzentrieren wir uns auf die grundsätzliche Ausrichtung von Magento und Shopware: Wie lässt sich der Feature-Umfang grob vergleichen, wie werden neue Funktionen umgesetzt, wohin geht die Reise?

Wenn Sie herausfinden möchten, welche der Shop-Softwares die bessere Ausgangsbasis für Ihren Shop ist, lässt sich das nur bedingt über eine Auflistung herausfinden. Am besten ist, Sie kontaktieren uns und wir besprechen Ihre Anforderungen!

 

Magento

Bereits Ende der 2000er und Anfang der 2010er Jahre wurde Magento 1 für seine Funktions-Vielfalt berühmt. Ein großer Teil der Standard-E-Commerce-Funktionen wurde aus dieser Zeit in Magento 2 übernommen und ist damit gut bekannt und etabliert.

Einziger Nachteil: Ist etwas in diesen Features nicht vollständig oder suboptimal implementiert, dann ändert sich das in der Regel im Magento-Standard auch nicht mehr. Hier zahlt es sich aus, auf eine erfahrene Agentur zu setzen, welche diese Untiefen kennt und sie umschiffen kann.

Darüber hinausgehende Funktionen, zum Beispiel Integrationen an Dritt-Anbieter für Zahlungen, Logistik, Prüfung auf Kreditwürdigkeit etc. werden als offiziell unterstützte, externe Erweiterungen angeboten. Sie werden zunehmend vom Magento-Core entkoppelt, was den Vorteil mit sich bringt, dass man weglassen kann, was man nicht braucht.

Seit der Übernahme von Magento durch Adobe ändert sich die Strategie zudem dahingehend, wie neue “Core-Features” wie die Multi-Lager-Fähigkeit oder eine AI-gestützte Suche implementiert werden. Magento bietet sie entweder als vom Magento-Kern entkoppelte Erweiterungen an, die man im Projekt-Code einbindet und auf dem eigenen Webshop-Server betreibt, oder sogar als SaaS-Lösungen, die in Adobes Cloud-Infrastruktur laufen, und die vom Webshop nur noch über Schnittstellen angesprochen werden.

Strategisch gesehen sieht sich Magento in den Kern-Funktionen tendenziell als “Feature-complete”. Neue Funktionen, die von Adobe kommen, sind eher als zukunftsweisende und Enterprise-fähige Lösungen angedacht, wie von künstlicher Intelligenz generierte Suchergebnisse und Produkt-Empfehlungen.

Eine erwähnenswerte Ausnahme ist der “Page Builder”, ein mächtiger Drag & Drop CMS Editor, der seinen Weg aus der kostenpflichtigen Version Adobe Commerce in die kostenlose Edition Magento Open Source fand und dafür sorgte, dass Magento hier im Feature-Set mit Shopwares Erlebniswelten gleichzieht.

 

Shopware

Die Shopware AG hingegen ging mit Shopware 6 einen anderen Weg und ließ mit der technischen “Neuerfindung” einige Features aus Shopware 5 weg. So kommt es, dass Shopware 6 etliche – durchaus als E-Commerce-Standard angesehene – Funktionen erst nach und nach integrierte. Inzwischen ist man auf einem guten Weg, wobei im Standard-Umfang zu einem System wie Magento noch einiges fehlt.

Wodurch sich Shopware 6 im “Empowerment” von Händler:innen positiv hervortut, sind Funktionen wie der “Rule Builder” und der “Flow Builder”. Sie ermöglichen den Shop-Betreiber:innen, einige Dinge in die Hand nehmen zu lassen, für welche man in Magento Programmierer:innen bemühen muss. Viele Regeln und Abläufe können so direkt im Admin-Bereich konfiguriert werden und sind somit sehr flexibel. Fehlt eine Business-Regel oder eine mögliche Aktion, dann muss natürlich trotzdem ein:e Programmierer:in ran.

Diese Builder zeigen jedoch eines: Shopware ist gefühlt nahe an dem dran, was viele typische KMU Online-Händler:innen tun möchten, gerade im unteren Segment: Das eigene, kleine bis mittelgroße Unternehmen betreiben und Dinge in der Hand haben. Häufig geht es hier nicht um Enterprise-Ansprüche und große E-Commerce-Teams, sondern einen guten, soliden Shop, den man selbst gut im Alltag handhaben kann.

Ob Shopware 6 genug Fähigkeiten und Flexibilität bietet, muss trotzdem auch für kleine bis mittlere Shops geprüft werden, denn manchmal ist Magento 2 trotzdem auch hier die passendere Lösung.

Strategisch zeigt Shopware Ambitionen, rein vom auf DACH-Handel fokussierten Shop zumindest in den EU-Raum vorzustoßen, und zukünftig auch in weitere Märkte. Es werden weiterhin regelmäßig neue, auch größere Features veröffentlicht.

 

8) Erweiterungen & Templates

Beide Systeme liefern out-of-the-box einen lauffähigen Shop, lassen sich aber im Design anpassen und mit Extensions erweitern. Sowohl bei Magento als auch Shopware ist die Anzahl an verfügbaren Erweiterungen und Themes groß, wobei die Zahl bei Magento noch einmal deutlich größer ist, als bei Shopware.

 

Magento

Erweiterungen bei Magento können über den Magento Marketplace bezogen werden. Über 10.000 solcher Add-Ons sowie eine Vielzahl an Templates und Themes sind dort erhältlich. Einige von ihnen sind gratis, andere kostenpflichtig.

Die Bandbreite reicht von kleinsten Funktionserweiterungen bis zu vollständigen Anbindungen an externe ERP-, PIM- und ähnliche Systeme. Eine Kombination aus automatischen Überprüfungen und manuellen Nachkontrollen soll eine gute Qualität der verfügbaren Extensions gewährleisten.

Zudem können natürlich auch Extensions außerhalb des Marketplace gekauft oder heruntergeladen und im Shop installiert werden, sowie eigene Erweiterungen programmiert werden.

 

Shopware

Shopware-Erweiterungen können über den Shopware Store eingebunden oder manuell hochgeladen werden. Das System bietet zwar nicht so viele Extensions wie Magento, aber dennoch eine breite Palette an Apps, Themes und CMS-Erweiterungen. Die Extensions sind außerdem mittels einer Qualitätskontrolle geprüft.

Wie bei Magento können auch außerhalb des Shopware Stores Plugins erworben oder heruntergeladen und dann im Shop verwendet werden, oder man erstellt selbst Plugins.

 

9) Schnittstellen

Sowohl Magento als auch Shopware bieten diverse technische Schnittstellen (auch “Application Programming Interfaces”, kurz API genannt).

Schnittstellen sind wichtig, weil sie externen Systemen ermöglichen, Daten auszulesen, Daten zu schreiben, oder auch Aktionen im Webshop auszulösen. Sie können so den Webshop in Ihre Systemlandschaft einbinden und Abläufe automatisieren.

Nicht zuletzt sind APIs wichtig für Buzzwords wie “Headless Commerce” oder “Microservices”: Beides wird erst möglich, wenn Daten und Funktionen über Schnittstellen für andere Software-Produkte zugänglich gemacht werden.

 

Magento

In Magento 2 bezeichnet man die nach außen verfügbaren Schnittstellen als Web APIs. Magento deckt fast den kompletten Funktionsumfang über diese APIs ab und erlaubt es damit Web Services, Daten aus Magento zu ziehen bzw. Inhalte und Funktionen in Magento zu steuern. Im Folgenden gehen wir auf drei Arten von Schnittstellen ein: REST, SOAP und GraphQL.

Externe Systeme authentifizieren sich je nach Anwendungsfall über OAuth, einen Token oder über Login-Daten von Administrator:innen bzw. Kund:innen. Durch diese drei Möglichkeiten lässt sich jede Art von Integration umsetzen – angefangen mit Anbindungen von externen ERP, PIM- und ähnlichen Systemen, über mobile Applikationen bis zu beliebigen Software-Programmen oder Web-Apps.

Die “Web APIs” unterstützen zwei weit etablierte Formate: REST und SOAP. Damit lassen sich in der Regel sowohl kleine als auch große, alte als auch neue Systeme anbinden. Als Faustregel: neue oder “agilere” Software kann häufig mit REST umgehen. Alt eingesessene Enterprise-Systeme bevorzugen gerne SOAP-Schnittstellen. Für REST und SOAP muss die Schnittstelle nur einmal programmiert werden. Somit kann man neue Funktionen und Daten einfach über beide Protokolle verfügbar machen. Die REST-API folgt der Open-API Spezifikation. Damit können Tools wie Swagger für den einfachen Einstieg genutzt werden.

Speziell für Headless-Implementierungen bzw. “Composable Commerce” gibt es zudem eine GraphQL-Schnittstelle. GraphQL ist der neue de facto Standard im Web-Bereich für solche losgelöste Architekturen. Magento 2 ist damit vorneweg dabei! Nach mehreren Jahren Entwicklungszeit deckt die GraphQL API große Teile des Funktionsumfangs ab und wird von Adobe weiter stark vorangetrieben.

Magento achtet bei den jeweiligen APIs – REST/SOAP und GraphQL – auf die Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit des Codes, sowie die Sicherheit durch Rechte-Management, Rate Limiting u.ä. sowie die Skalierbarkeit durch den Einsatz von Caches.

 

Shopware

Shopware 6 glänzt durch einen “API first”-Ansatz. Das heißt: Prinzipiell ist alles in Shopware 6 durch eine Schnittstelle ansprechbar, weil die shopware AG bei der Neuimplementierung von Shopware gleich den Weg ging, jede Funktion über eine API zugänglich zu machen und zum Beispiel das Admin-Panel nur über diese API mit den Daten und Funktionen sprechen zu lassen. In der Shopware-Welt unterscheidet man zwischen der “Store API” und der “Admin API”.

Die “Store API” ermöglicht den Bau von Headless Frontends, nativen Apps oder Web-Apps. Wie Magentos REST-API ist die “Store API” eine REST-Schnittstelle nach der Open-API Spezifikation. Sie wird unter anderem von Shopwares offiziell unterstützter 3rd-Party-Lösung “Shopware PWA” angesprochen. Sie bildet entsprechend auch den Funktionsumfang von Shopware 6 ab. Die Authentifizierung erfolgt über Token, die im HTTP-Header mitgeschickt werden.

Über die “Admin API” binden Sie externe Systeme wie ERPs oder PIMs an. Auch Automatisierungen von Abläufen können darüber vorgenommen werden. Die Authentifizierung erfolgt über OAuth, die Kommunikation über REST.

Auch Shopware achtet auf die Themen Erweiterbarkeit, Sicherheit und Skalierbarkeit. Bei der “Store API” stehen die Geschwindigkeit und die Verfügbarkeit im Vordergrund, bei der “Admin API” die Leistung bei hoher Last, Daten-Konsistenz, Fehlerbehandlung und Transaktions-Sicherheit.

 

10) Usability

 

Magento

Die Bedienbarkeit des Shopsystems Magento bedarf schon etwas Erfahrung bzw. Einarbeitung, um alle Funktionen erfassen und bedienen zu können. Die Navigation gestaltet sich im Admin-Bereich umfangreich, auch die Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten zahlen auf eine komplexe Handhabung ein. Die Übersichtlichkeit hat sich durch die neue Version Magento 2 jedoch gesteigert, im Vergleich  mit anderen Systemen gilt Magento dennoch als komplex.

 

Shopware

Shopware hingegen legt den Fokus auf Übersichtlichkeit und klare Navigation und ermöglicht somit eine einfache, intuitive Bedienbarkeit. Trotzdem müssen auch hier erst das nötige Vokabular und die richtige “Denkweise” gelernt werden.

 

11) Marketing und Suchmaschinenoptimierung

Sowohl Magento als auch Shopware bieten vielfältige Funktionen im Bereich Marketing und Suchmaschinenoptimierung: 

 

Magento

So können bei Magento beispielsweise Landingpages über den Page-Builder einfach ohne Programmierkenntnisse erstellt werden. Die technische Suchmaschinenoptimierung wird durch Magento sehr gut vorbereitet. Außerdem ermöglicht Magento die Generierung einer sitemap.xml-Dateien.

Inhaltlich sind das Verwenden wichtiger SEO-Bestandteile wie Meta-Tags sowie die Content-Verwaltung durch den Medienmanager möglich. Zur Verkaufsförderung lassen sich Rabattaktionen mittels Preisregeln frei konfigurieren.

Auch Kundendaten und Newsletter-Anmeldungen lassen sich erfassen. Darüber hinaus ermöglichen diverse Erweiterungen zahlreiche weitere Marketing-Funktionen.

 

Shopware

Auch mit Shopware lassen sich Landingpages unkompliziert über den Editor “Erlebniswelten” erstellen. Neben einer zentralen Verwaltung der Contentelemente und Steuerung der Verkaufskanäle stehen bei Shopware umfangreiche Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung zur Verfügung, wie etwa die automatischen Basiseinstellungen zu strukturierten Daten, Rich Snippets, Canonical Tags und Breadcrumbs mit der Möglichkeit zur manuellen Anpassung.

Zur Verkaufsförderung können zudem Rabatte und Aktionen konfiguriert werden, durch den Rule Builder besteht außerdem die Option, diese zu erweitern.

Wie bei Magento stehen auch bei Shopware zahlreiche weitere Funktionen durch Extensions zur Verfügung. Auch Nutzer- und Newsletter-Daten können mit Shopware gesammelt werden.

 

12) Kosten

Für Shopware wie auch Magento gilt: “Es kommt darauf an”. Ähnlich wie bei einem Neuwagen oder einem Haus hängt ein großer variabler Teil der Implementierungs-, Wartungs- und Hosting-Kosten von Ihren Anforderungen ab. Dazu kommen Lizenzkosten, falls Sie einer der Feature-reicheren Varianten des Shopsystems benötigen.

 

Magento

Neben den Implementierungskosten hängen die Gesamtkosten bei Magento stark davon ab, für welche Magento-Version man sich entscheidet.

Für die Open Source-Version sind keine Lizenzkosten aufzubringen. Die jährlichen Lizenzkosten für die kostenpflichtige Variante Adobe Commerce beginnen im fünfstelligen Bereich, wobei diese je nach erwarteten Jahresumsatz, der Branche etc. enorm variieren können. Hier werden individuelle Angebote verhandelt.

Die Kosten sind bei Magento also inzwischen sehr stark vom Kunden und dessen Projektumfang abhängig, sodass es keine offizielle Preistabelle mehr gibt.

Zudem ist die Bandbreite bei Magento-Projekten sehr groß, wodurch der Aufwand stark variiert. Auf unserer Website haben wir einige mögliche Punkte zusammengefasst, welche die Investition eines Magento-Shops erhöhen oder senken können.

Als Faustregel lässt sich sagen: die Implementierungs-, Wartungs- und Hosting-Kosten durch die Dienstleister sind in der Regel bei Magento 2 etwas höher als bei Shopware 6.

Wie Sie sehen, wird in puncto Kosten Individualität großgeschrieben. Wir würden daher empfehlen, sich von einem erfahrenen Experten beraten zu lassen. Als langjährige, umfassende E-Commerce-Agentur haben wir bereits zahlreiche Magento Projekte unterschiedlicher Größe umgesetzt und helfen gerne auch Ihnen weiter. Fragen Sie gerne unverbindlich an!

 

Shopware

Im Vergleich zu Magento gibt es bei Shopware klare, transparente Angaben der Lizenzkosten. Doch auch bei Shopware stehen verschiedene Editionen zur Verfügung, welche sich stark in deren Umfang und auch Kosten unterscheiden.

Neben der lizenzkostenfreien Open Source-Variante “Community Edition” belaufen sich die Kosten für die Professional Edition in der Cloud-Version auf bis zu 199 € pro Monat, während für die selbst gehostete Variante einmalig 2.495 € bzw. 39.995 € für die Enterprise Edition plus jeweils laufende Kosten für Update und Support aufgebracht werden müssen. Eine umfangreiche Auflistung finden Sie auf unserer Website!

Als Faustregel lässt sich sagen: die Implementierungs-, Wartungs- und Hosting-Kosten durch die Dienstleister sind in der Regel bei Shopware 6 etwas niedriger als bei Magento 2.

 

Magento Vs. Shopware: Die ultimative Vergleichstabelle

Um bei unserem umfassenden Vergleich von Magento Vs. Shopware den Überblick zu behalten, haben wir die wichtigsten Punkte in einer Tabelle zusammengefasst.

 

Unsere E-Commerce-Referenzen

Als langjährig erfahrene E-Commerce-Agentur haben wir schon zahlreiche Projekte mit verschiedenen Systemen umgesetzt. Hier sind ein paar Beispiele unserer Referenzprojekte:

Relaunch: Design, Website und Webshop https://www.meinlamgraben.eu/

Relaunch: Design, Website und Webshop https://www.meinlamgraben.eu/

Webshop www.freywille.com

Webshop www.freywille.com

Website & Webshop www.pewag.com

Website & Webshop www.pewag.com

Fronted Relaunch https://www.dogslove.com/

Fronted Relaunch https://www.dogslove.com/

 

Magento oder Shopware – welches Shopsystem passt zu Ihnen?

Sie haben nun die beiden Systeme Magento und Shopware im Detail kennengelernt und wissen, wo die Unterschiede und Gemeinsamkeiten liegen. Fall Sie trotzdessen noch unschlüssig sind, welches Shopsystem nun zu Ihnen passt, finden Sie im Folgenden eine Entscheidungshilfe, nach welchen Kriterien Sie das für Sie geeignete System auswählen können.

 

Dokumentieren Sie Ihre Anforderungen!

Der erste Schritt zur Entscheidungsfindung liegt darin, die eigenen Anforderungen genau zu kennen. Nur wenn Sie genau wissen, welchen Bedarf Sie haben, kann eine fundierte Entscheidung für das passende System getroffen werden.

Beantworten Sie dazu folgende Fragen:

  • Welche Ziele verfolgen Sie?
  • Wie sehen Ihre Strukturen und Geschäftsprozesse aus?
  • Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen?
  • Wie sieht Ihre Produktpalette aus?
  • In welchen Märkten sind Sie tätig?
  • Wie hoch ist Ihr Budget?
  • Welche Vorstellungen und Wünsche haben Ihre Nutzer:innen, also Kund:innen und Mitarbeiter:innen von Ihrem Shop? Welche IT-Kenntnisse haben diese?
  • Welche Funktionen sollten vorhanden sein?

 

Testen Sie Magento und Shopware!

Bei der Wahl des richtigen Shopsystems kann es außerdem hilfreich sein, Magento und Shopware vorab zu testen. Mit den Demo-Versionen können Sie die jeweiligen Funktionen mit Ihren vorhin definierten Anforderungen abgleichen und somit einen ersten realen Eindruck davon bekommen, welches System besser zu Ihnen passt.

 

Profitieren Sie von der Expertise einer Agentur!

Je nach Komplexitätsgrad Ihrer Anforderungen sollten Sie in Erwägung ziehen, eine Agentur zur Beratung oder Umsetzung Ihres Webshops zu kontaktieren.

Dabei ist LIMESODA genau der richtige Ansprechpartner. Als umfassende E-Commerce- und Web-Agentur haben wir Erfahrung sowohl mit Magento als auch mit Shopware.

Wir bieten Ihnen Services wie eine neutrale Beratung zur Auswahl des richtigen Systems, die Umsetzung Ihres Webshops, oder die Betreuung Ihres bestehenden Shops. Eben je nachdem, was Sie benötigen.

Fragen Sie gleich unverbindlich an und profitieren Sie von unserer Expertise!

 

Fazit des System-Vergleichs Magento Vs. Shopware

Wie unser umfassender Vergleich der beiden Shopsysteme Magento und Shopware zeigt, weisen beide Systeme Stärken und Schwächen, Vor- und Nachteile auf. Dennoch treten sowohl Magento als auch Shopware als sehr leistungsfähige Systeme hervor. Es lässt sich aber nicht sagen, dass ein System besser oder schlechter wäre – die Eignungsfähigkeit ist stark abhängig von den eigenen Anforderungen. Wir empfehlen, diese sorgfältig abzuwägen und danach die Entscheidung für Ihr Shopsystem zu treffen.

Da dies oft keine leichte ist, aber maßgeblich zum Erfolg Ihres E-Commerce-Businesses beträgt, sollten Sie sich am besten ausführlich beraten lassen. LIMESODA ist dabei Ihr verlässlicher Partner dank umfassender Erfahrung mit Magento und Shopware durch zahlreiche umgesetzte Projekte. Kontaktieren Sie uns gerne!

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