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Umsatzsteuer 2015: Für elektronische Dienstleistungen gilt Steuersatz des Verbraucher-Wohnorts

Kaum haben wir die Auswirkungen der neuen Verbraucherrechte-Richtlinie verstanden und umgesetzt, wartet mit einer Änderung im Umsatzsteuergesetz schon die nächste Aufgabe für manche Geschäftsmodelle. Als ob das Thema Umsatzsteuer im Webshop nicht schon bisher kein Leichtes gewesen wäre. Konkret gibt es eine neue Regel für die Festlegung des Leistungsortes bei der „elektronischen Erbringung“ von „sonstigen Leistungen“. Letzterer Begriff bezeichnet Leistungen ohne physische Warenlieferung, also Dienstleistungen.

Wann ändert sich der Leistungsort?

Wenn ein Unternehmen aus einem EU-Mitgliedsstaat an Verbraucher (Nichtunternehmer) eines anderen Staats im Gemeinschaftsgebiet, eine der folgenden Leistungen erbringt:

  • Elektronisch erbrachte Dienstleistungen (zB Bereitstellen digitaler Produkte wie Software Updates, Datenbanken, Musik, Bilder; Bereitstellung von Texten und Informationen wie E-Books und andere elektronische Publikationen, Abonnements von Online-Zeitungen…)
  • Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen

Ab 1.1.2015 gilt für diese Dienstleistungen der Wohnort des Verbrauchers als Ort der Leistungserbringung. Dadurch ist dann auch der dort geltende Umsatzsteuersatz maßgeblich und nicht mehr jener aus dem Land des Unternehmer.

Oh no! Mich trifft es. Was nun?

Biete ich die zuvor genannten Leistungen in Mitgliedsstaaten an, in denen ich nicht ansässig bin, muss ich Steuererklärungen und -zahlungen über eine zentrale Anlaufstelle abwickeln. Dieser „Mini-One-Stop-Shop“ wird in Österreich über ein Online-Portal verfügen, das bis 1. Oktober 2014 online gehen sollte. Und natürlich gibt es wieder neue Fristen: Die betreffenden Steuererklärungen sind innerhalb von 20 Tagen nach Quartalsende abzugeben, Unterlagen über die getätigten Umsätze sind nicht wie national geregelt 7 sondern 10 Jahre aufzubewahren und für die Rechnungstellung gelten die Vorschriften des Mitgliedstaats in dem die Leistung erbracht wird.

Handlungsbedarf besteht auch bei langlaufenden Verträgen, die in die oben genannten Kategorien fallen. Auch hier ändert sich der anzuwendende Steuersatz.

Was bedeutet es in Webshops?

Betroffene Webshop-Betreiber müssen wohl folgende Dinge prüfen:

  • Anzeige der korrekten Umsatzsteuer sobald der Wohnsitz des Konsumenten bekannt ist
  • Dabei muss entschieden werden, ob die Brutto oder die Nettopreise gleich bleiben sollen
  • Prüfung, ob die ausgestellte Rechnung den jeweiligen nationalen Vorschriften entspricht
  • Allfällige Anpassung von Schnittstellen und internen Abläufen
  • Prüfung und Anpassung von Rechtstexten auf der Website

Wo kann ich mehr erfahren?

Mit diesem Artikel versuche ich – ohne Gewähr – einen schnellen Überblick über das Thema zu geben. Weitere und genauere Informationen bieten beispielsweise Steuerberater und Wirtschaftskammern.

 

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