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Upgrade auf Magento 2

Nach langer Entwicklungszeit hat Magento vor gut zwei Wochen den neuen Major-Release Magento 2 in der Community- und Enterprise-Version offiziell veröffentlicht. Trotz der Euphorie, die jetzt viele Shopbetreiber und Entwickler (mich eingeschlossen) verspüren, werfen wir einen Blick auf die Vor- und Nachteile, sowie auf mögliche Stolpersteine bei einem Umstieg.

Magento 2 ist anders

Magento 2 bietet seinen Usern eine Reihe von Vorteilen. Es wurden nicht nur neue Features implementiert (vor allem in der Enterprise Edition) und der komplette Sourcecode neu aufgebaut, es wurde auch ordentlich an der Performance gearbeitet. Der Nachteil an dem Ganzen ist leider nur, dass Shops die bereits mit Magento 1 aufgebaut wurden, nicht ohne weiteres auf die neue Version portiert werden können. Welche Maßnahmen müssen also ergriffen werden, damit das Upgrade doch gelingt?

Das Frontend

Einer der großen Brocken bei dem Upgrade auf Magento 2 ist das Frontend. Wurden in der Version 1 des E-Commerce-Frameworks inzwischen veraltete Komponenten (z.B. PrototypeJS) verwendet, setzt Magento 2 (größtenteils) auf “State of the Art”-Technologien. Dies führt aber leider auch dazu, dass Themes nicht auf die neue Version portiert werden können. Durch die in Magento 2 neu eingeführte UI-Library und die anpassbaren Default-Themes ist es jedoch mitunter einfacher und schneller geworden das “Look and Feel” von Magento anzupassen.

Die Datenbank

Um uns bei der Migration der Datenbank zu unterstützen, hat Magento das “Data Migration Tool” zur Verfügung gestellt. Hiermit können Produktdaten, Kundendaten, Bestelldaten, Store-Konfigurationen uvm. migriert werden. Bei Tabellen und Datensätzen, die durch Drittanbieterextensions oder Eigententwicklungen generiert wurden, kann dieses Tool aber leider nur begrenzt helfen. Hierfür muss das Tool durch Eigenprogrammierung oder Third-Party-Extension-Hersteller erweitert werden.

Die Extensions

Durch die geänderte Ordnerstruktur und die neue Codebasis können Magento 1-Extensions nicht in Magento 2 eingesetzt werden. Es gibt auch hierfür wiederum ein Tool von Magento das den Entwickler bei der Migration der Extensions unterstützen kann. Hiermit kann der Migrationsprozess allerdings nur beschleunigt und nicht automatisiert werden.

Ist die Migration zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll?

Das kommt vor allem auf den Umfang des Shops und die Anforderungen an diesen an. Sollte der Shop mit vielen Drittanbieterextensions ausgestattet sein, die es noch nicht für Magento 2 gibt sollte mit der Migration evtl. noch gewartet werden bis diese (oder ähnliche) verfügbar sind. Andernfalls wäre der Entwicklungsaufwand sehr hoch. Wir empfehlen, möglichst früh bei diesen Anbietern anzufragen, damit diese die Nachfrage spüren und ihre Extensions bald für die neue Magento-Version adaptieren.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Mit dem Erscheinen von Magento 2 wird es noch 3 Jahre Support für die letzte 1.x Version (welche die CE 1.9 bzw. EE 1.14 sein sollte) von Magento geben. Nach diesem Zeitraum wird es von offizieller Seite keine Sicherheitsupdates oder andere Änderungen mehr für die 1.x-Versionen geben.

Fazit

Solange man Sicherheitsupdates regelmäßig einspielt muss man im Moment nichts überstürzen. Für die meisten Shops wird es sich lohnen, auf die aktualisierten Extensions für Magento 2 zu warten. Shops ohne viele Individualisierungen könnten den Schritt schon früher wagen. Early Adopters ebenfalls, müssen aber mit deutlich höhren Entwicklungsaufwänden rechnen. Mittel- bis langfristig muss ein Umstieg aber jedenfalls in Betracht gezogen werden. Ein guter Zeitpunkt könnte ein vielleicht ohnehin schon geplanter Relaunch sein. Wir beraten Sie gerne!

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