LimeSoda Blog

Meine Erfahrungen zur Google Analytics Individual Qualification (GAIQ)

Wie es dazu kam

In meinem beruflichen Alltag habe ich immer wieder mit Google Analytics (GA) zu tun. Anfangs vertraute ich dabei noch sehr auf die Unterstützung meines Kollegen Michael, mit der Zeit kam dann aber mehr und mehr der Anspruch und das Interesse, mich selbstständig tiefer in die Thematik einzuarbeiten. Mein Besuch bei der Google Analytics Konferenz im Herbst begeisterte mich dann endgültig dafür.

Die Google Analytics Individual Qualification diente für mich einerseits als Ansporn, weiter zu lernen, andererseits als Nachweis meiner gewonnenen Fachkompetenz. Auch für LimeSoda macht meine Zertifizierung aus dem gleichen Grund Sinn. Google empfiehlt außerdem  in seinen Bewerbungsanforderungen für den „Zertifizierten Google Analytics-Partner (GACP)“, mindestens einen Mitarbeiter nach dem GAIQ-Test zu zertifizieren.

Wie ich mich vorbereitete

Ausgangspunkt meiner Vorbereitungen waren die Analytics IQ Lessons. Diese bestehen aus einer Sammlung englischer Videos und Slideshows zum gesamten Themenbereich der GAIQ. Durch fallweise Inkonsistenzen zwischen den Unterlagen und dem tatsächlichen Interface von GA darf man sich dabei nicht verwirren lassen: Diese rühren teils daher, dass die Unterlagen nicht immer dem allerletzten Stand entsprechen, teils daher, dass manche Funktionalitäten bei uns (noch) nicht angeboten werden.

Nachdem ich dieses Material gesichtet hatte, wagte ich mich an meinen ersten Probetest. So ernüchternd das Ergebnis auch war, so begeistert war ich von der Seite: Die insgesamt mehr als 260 Fragen sind in 32 Themenkategorien unterschiedlichen Umfangs unterteilt (wobei 3 der Kategorien für die GAIQ eher untergeordnete Bedeutung haben).
Pro Test kann man eine beliebige Konstellation an Themen sowie Fragenanzahl wählen. Nach Beantwortung der Aufgaben erhält man nicht nur seinen erreichten Score, sondern auch eine genaue Auswertung, was richtig / falsch gelöst wurde. Man kann entweder alle oder auch nur die falsch beantworteten Fragen durchsehen. Neben der richtigen Antwort erhält man eine meist sehr detaillierte und mit Screenshots bebilderte Begründung selbiger.
Für mich war diese Ressource mit Abstand die wertvollste bei der Vorbereitung. Das einzig Störende daran war, dass die zufällige Auswahl der Fragen aus dem Themenpool nicht gut funktionierte und ich – unabhängig von Session, Browser, Uhrzeit, etc. – immer wieder dieselben Aufgaben gestellt bekam. Arbeitet man alles durch, ist aber auch das kein großes Problem.

Da es sich um einen Open Book-Test handelt (also alle Unterlagen verwendet werden dürfen), habe ich mir außerdem die wichtigsten Links noch als Bookmarks hinterlegt. Meines Erachtens sind das (neben GA selbst natürlich)…

  1. die GA-Hilfe
  2. das Tool zur Erstellung von Kampagnen-URLs (genaugenommen ja auch ein Teil der GA-Hilfe)
  3. ein RegEx Cheat Sheet, evtl. einen IP Range Regex Builder
  4. ein sehr ausführlicher Blogpost mit Notizen zu allen Bereichen der Zertifizierung
  5. Google

Es wird ernst – der Echttest

Die Prüfung kann standortunabhängig abgelegt werden. Die einzigen Voraussetzungen sind eine stabile Internetverbindung und ein Benutzerkonto im Google Testcenter (nicht zu verwechseln mit einem Google Konto!). Einmal registriert und eingeloggt kauft man die (nur in Englisch verfügbare!) Prüfung für 50 USD. Die Zahlung erfolgt mittels Kreditkarte.
Nun nur noch die zuvor erwähnten Bookmarks öffnen und schon geht’s los! Für 70 Aufgaben stehen 90 Minuten Zeit zur Verfügung. Es handelt sich dabei um Single- oder Multiple-Choice-Fragen, wobei bei zweiteren manchmal die Anzahl der zu selektierenden Lösungen ausgewiesen wird.
Als richtig beantwortet zählt eine Frage nur dann, wenn einerseits alle korrekten Antworten selektiert, sowie alle selektierten Antworten korrekt sind. Bestanden ist die Prüfung ab einem Gesamtergebnis von 80%.
Lösungen können nicht nur angehakt, sondern auch nach dem Ausschlussprinzip durchgestrichen werden. Fragen, die man später nochmals ansehen möchte, können markiert werden. Außerdem gibt es die Option, den Test zu stoppen. Welche Auswirkungen das genau hat, kann ich nicht sagen, da ich die Funktion nicht benutzt habe.
Nach einer guten Stunde war ich mit allen Fragen einmal durch. Man hat dann die Möglichkeit alle / nur die zuvor markierten Fragen nochmals anzusehen oder den Test abzugeben.
Ich habe meine Hand voll markierter Aufgaben nochmals durchgesehen und den Test dann gleich abgeschlossen. Das Ergebnis  wird unmittelbar nach der Abgabe angezeigt.

Und jetzt?

Nach positiv abgelegter Prüfung möchte man seinen Erfolg natürlich auch der großen weiten Welt mitteilen. Wie zu erwarten ist es auch ein Leichtes, dementsprechende Labels zu ergoogeln.
Doch Vorsicht: Google betont auf der GAIQ FAQs-Seite, dass es keinen offiziellen Badge zu dieser Zertifizierung gibt und die Verwendung einer nicht offiziellen Variante bis zur Annullierung des erlangten Zertifikats  führen kann. Wie streng das gehandhabt wird, kann ich nicht beurteilen, ich persönlich werde das Risiko aber nicht eingehen und mich wie von Google beschrieben mit einem Link zum Prüfungsprotokoll begnügen, dessen Einrichtung in analytics.blogspot.in/2009/10/google-analytics-iq-proof-of.html im Detail beschrieben wird.
Will man seine Zertifizierung nicht verlieren, muss man spätestens 18 Monate nach dem Ablegen der Erstprüfung erneut einen Test ablegen. Was angesichts der Entwicklungssgeschwindigkeit und Häufigkeit der Änderungen in GA schon Sinn macht…

Hier nochmals kurz zusammengefasst meine Tipps…

  1. Zumindest ein GA-Profil zur Verfügung haben,
    1. das eine aussagekräftige Datenmenge über mehrere Monate beinhaltet.
    2. das mit Google AdWords verknüpft ist.
    3. das E-Commerce-Tracking aktiviert hat.
    4. bei dem Einstellungen ausprobiert werden können (am besten ein bestehendes Profil kopieren, Vorsicht mit Filtern!).
  2. Neben dem Durcharbeiten der Unterlagen das Erklärte auch immer gleich in der Praxis ausprobieren.
  3. Obwohl die Unterlagen alle englisch sind, die Interface-Sprache in GA auf Deutsch belassen – so lernt man quasi nebenbei die Fachbegriffe beider Sprachen.
  4. Sich von den anfangs niedrigen Scores der Probetests nicht entmutigen lassen – diese sind in der Regel bedeutend schwerer als der eigentliche Endtest.
  5. Danach kein inoffizielles Badge zur Ausweisung seiner Zertifizierung verwenden.

Viel Erfolg bei eurer Zertifizierung! :-)

Noch keine Bewertungen.