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Meet Magento 2014 in Leipzig

Diskutieren Sie mit uns zu diesem Thema beim 7. Magento-Stammtisch Wien am Donnerstag den 22.05.2014!

Seit nunmehr sechs Jahren pilgern Magento-Agenturen, -Freelancer, -Händler, -Service-Anbieter und alle die es sonst so interessiert Jahr für Jahr in’s schöne Leipzig, um sich bei der Community-Konferenz Meet Magento zu treffen. Natürlich ließen auch Anna und ich uns das nicht nehmen und machten uns Freitag Früh auf den Weg.

Genauer gesagt: sehr früh. 3 Uhr Früh früh.

Von Hackathons, Leipzig und Lerchen

Wir betraten bereits vor 9 Uhr sächsischen Boden und hatten gute 9 Stunden Zeit bis zum Beginn des Hackathon-Veranstaltungsreigens (siehe Annas Erfahrungsbericht). Den Tag verbrachten wir daher neben einer ausführlichen Suche nach deutschem Internet mit einem kleinen Rundgang in Leipzig. Außerdem deckten wir uns mit der berühmtberüchtigten „Leipziger Lerche“ ein, einem durchaus schmackhaften Süßgebäck, das zu 120% aus Fett, Zucker und Marzipan besteht. Das Gehirn braucht bekanntlich Energie. Da muss man vorbeugen.

Leipzig ist eine wirklich schöne Stadt. Davon konnte ich mich beim dritten Besuch endlich selbst überzeugen. Die zwei Jahre davor war ich immer nur sehr knapp angereist und von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort getingelt.

Bei unserem diesjährigen Besuch lernten wir zwei unterschiedliche Gesichter von Leipzig kennen: einerseits das Stadtzentrum mit vielen schönen Bauten und der einen oder anderen Goethe-Reminiszenz, auf der anderen Seite den Stadtteil Plagwitz, der mich eher an die neuen, teils sehr hippen und teils nicht so hippen Bezirke Berlins erinnert.

Plagwitz in einem Bild: Graffiti, Backsteinbauten, verlassene Fabrikshallen. In ebenjenem Plagwitz verbrachten wir beim Hackathon die ersten zwei Tage. Das Sublab und die umliegenden Gebäude versprühen ihren ganz eigenen Charme. Im Photo links sieht man einige Elemente, die das Stadtbild prägen: Graffiti, Backsteinbauten und verlassene Fabrikhallen. Ein wenig habe ich meine Spiegelreflexkamera dort vermisst, doch zum Glück geben Handys heutzutage einen guten Ersatz für Schnappschüsse ab.

Spätestens Samstag Morgen ging es aber so richtig mit dem Ernst des Magento-Lebens los. Was wir beim Hackathon erlebt haben, können Sie bereits in Annas Beitrag nachlesen. Kommen wir daher direkt zur Meet Magento.

Die Konferenz

Bei meiner dritten Teilnahme an der Leipziger Meet-Magento-Konferenz hat sich bereits eine gewisse Routine eingestellt: man kennt die Menschen, man kennt den Veranstaltungsort, man kennt das Prozedere. Auf der einen Seite ist das schön, denn das fühlt sich fast wie Familie an. Auf der anderen Seite wünscht man sich wie in jeder Beziehung auch Abwechslung. Und die sollten wir in mancher Hinsicht bekommen.

Eröffnung

Rico Neitzel und Thomas Fleck bei der Eröffnung.Rico Neitzel eröffnete traditionell mit Thomas Fleck die Veranstaltung. Dabei blickte er über den Tellerrand und appellierte an alle, sich als Teil der Netzgemeinde zu fühlen (zu der wir in Wirklichkeit heute fast alle zählen) und sich auch für diese zu engagieren. Angesichts der Enthüllungen durch Edward Snowdon und der allgegenwärtigen Überwachung durch Geheimdienste ist das etwas, was zwar in den Medien thematisiert wurde, aber trotzdem nicht so recht in die Köpfe der Menschen gedrungen ist.

Rico Neitzel: "ich denke, jeder von uns hat etwas zu verbergen."Nachdem man zwei Tage (oder vier Tage, mit Hackathon) lang von kaum etwas Anderen als Magento, Webshops und e-Commerce hört tut es gut, einmal einen anderen Input zu bekommen. Danke daher an Rico, der seine Eindrücke von der re:publica 14 zu unserer Veranstaltung hinüber transportiert hat.

Keynote

Die darauf folgende Keynote wurde nicht von Magento-Führungskräften gehalten (die waren lieber bei der zeitgleich stattfindenden Imagine-Konferenz in Las Vegas – irgendwie schade, irgendwie verständlich), sondern von Arnulf Keese, Chef von PayPal Deutschland und somit ebenfalls Teil der eBay-Gruppe.

Kennzahlen zu Magento im Frühjahr 2014.Zugegeben: ich bin nicht unbedingt der größte Fan von Keynotes. Sie strotzen häufig von Phrasen, altbekannten Weisheiten und marktschreierischen Einschwörungen auf das eigene Produkt. Herr Keese hat es allerdings verstanden, seinen Vortrag gut herüberzubringen und mich ein Stück weit abgeholt.

Zuerst erfuhren wir ein paar Zahlen zum Magento-Ökosystem mit Stand Frühjahr 2014:

  • mehr als 240.000 Unternehmen mit Magento
  • mehr als 300 Technologie-Partner
  • mehr als 2.800 Händler mit Magento Enterprise
  • mehr als 6.000 3rd-Party-Extensions
  • mehr als 26 Milliarden Marktvolumen im Jahr 2013
  • mehr als 2.800 zertifizierte Entwickler

Die Anzahl der mobilen Transaktionen ist im letzten Jahr stark gestiegen.Danach wurde uns mitgeteilt, dass Online und Offline verschmilzen (= „Noline“), die Menschen nicht nur am Desktop und/oder Mobile einkaufen sondern überall und sich alles ändert. Soweit im Osten nichts Neues. Interessant war jedoch, dass Keese immer wieder Zahlen von internen Studien präsentierte und mit informatiken Graphiken veranschaulichte, wie sie rechts im Bild zu sehen sind.

Insgesamt gibt’s von mir eine 2, denn die spannenden Ankündigungen hat man sich natürlich für die vier-mal so große Audienz im Hard-Rock-Hotel von Las Vegas aufgehoben.

Sessions

Ich kann meine Technik-Affinität ebenso schlecht verleugnen wie meine Keynote-Skepsis. Deswegen bin ich dieses Jahr wieder die meiste Zeit über im Entwicklerraum gewesen, der – und auch das ist Tradition – zu klein für die Entwickler ist. Zur Verteidigung der Veranstalter kann ich sagen: man ist sich des Problems bewusst, aber es ist nicht so einfach zu beheben. So bin ich gespannt, ob wir uns nächstes Jahr wieder in demselben Raum versammeln oder ob wir den Running Gag („wenig Luft, wenig Licht, Arbeiten im Keller – wir Programmierer sind es ja gewohnt“) erneut bringen werden.

Die Magento-Rush-Hour für Entwickler.Die Talks waren für mich dieses Jahr ein wenig „Hit“ und „Miss“. Zu meinen Highlights zählten Rico und Fabian, die in ihre „Rush-Hour for Developer“ wahnwitzige 275 Slides verpackten und die Präsentation trotz rasanten Vortragstempos auf zwei Tage verteilen mussten. Der Inhalt war wie immer informativ und spaßig  zugleich. Großes Kino! Wenn es das Video online gibt (ja, es wurde wieder gefilmt) auf jeden Fall ansehen.

Entwicklerraum bei der Meet Magento.Weiter ging es mit Vorträgen zu Neuerungen in Magento 2, dem Einsatz des Web-Accelerators Varnish und dem in PHP geschriebenen App-Server appserver.io. Benjamin Wunderlich zeigte Kniffe für die Entwicklungsumgebung PhpStorm und das PhpStorm-Plugin Magicento. Weitere Themen waren „Responsive Rich Applications im Magento Backend“ (der eine Talk den ich ausgelassen habe, aber nur weil ich mich verplaudert habe) und der Einsatz von AngularJS in Verbindung mit Magento. Ein weiteres wichtiges Thema, die Wahrung und Steigerung der Codequalität, behandelten Nikolai Krambrock und Andreas von Studnitz.

Gut gefallen hat mir, dass die Beiträge eine schöne Bandbreite aufzeigten und auch das Zusammenspiel mit anderen Technologien betrachteten. Das ist für einen ernstzunehmenden Shop heutzutage einfach immer häufiger nötig. In einigen Vorträgen habe ich auch Neues gelernt. Manchmal aber hätte ich mir mehr Praxisbeispiele gewünscht. Programmierung und Technologie können sehr abstrakt sein. Da ist es gut zu sehen, wie das in der Praxis aussieht und umgesetzt wird. Häufig wartete man aber eine halbe Stunde vergeblich und dann war das Thema durch.

Verköstigung bei der Meet Magento.Und vor/nach/zwischen den Vorträgen? Da gab es leckere Verköstigung und Gespräche, Gespräche, Gespräche. Die machen bekanntlich bei einer Konferenz einen wichtigen Teil aus. Die spannenden Geschichten erfährt man nun einmal im persönlichen Gespräch und auch nur so können sich interessante Bekannt-, vielleicht sogar Freundschaften ergeben. Auch das übrigens ist ein guter Grund, vorher zum Hackathon zu fahren. Zwei Tage und Abende mehr, sich kennen zu lernen. Wenn man wie ich gerne die Vorträge hört gewinnt man so wertvolle Zusatzzeit.

The Tim Incident

Tims Vortrag "Harh Truth of Magento Enterprise" als Aufreger der ShowIn meiner Aufzählung der Sessions habe ich vorhin bewusst an einer Stelle halt gemacht. Zwecks Spannungsbogen und so. Um 16:30 Uhr leerte sich nämlich der Entwicklerraum. Der Strom setzte sich in Bewegung Richtung Konferenz-Saal, um den Vortrag „Harsh truth of Magento Enterprise“ des in der Community bekannten Entwicklers Tim Bezhashvyly zu hören. Vor Beginn des Talks nicht klar war, ob der Titel ironisch oder ernst gemeint ist. Doch nach wenigen Minuten war klar: hier wird kein Blatt vor den Mund genommen.

Was Tim sagte und welche Blickweisen es darauf gibt, lässt sich anhand diverser Beiträge im digitalen Blätterwald nachlesen, z.B. im Beitrag von Stefan Hoffmeister, der Analyse von Roman Zenner und dem lesenswerten kritischen Kommentar von Tobias Zander. Auf der Konferenz selbst waren Inhalt und Ton der Präsentation folglich natürlich eines der Hauptthemen.

Auch ich werde es mir nicht nehmen lassen, meine Sichtweise auf die Situation in meinem persönlichen Blog darzustellen. Soviel vorab aus Agentursicht: man hat als Dienstleister die Verantwortung, seinen Kunden nach bestem Wissen und Gewissen zu beraten und ihm ein durchaus kostenintensives Produkt wie die Enterprise Edition nur dann vorzuschlagen, wenn das sinnvoll ist. Falls eine Agentur anders handelt, dann hat sie ihre Aufgabe nicht erfüllt. Das war der Kern von Tims Aussage und dem stimme ich voll-inhaltlich zu.

Noch mehr Sessions

Noch beeindruckt von diesem Ereignis machte sich der Tross der Programmierer wieder auf den Weg zurück in den Keller, um die restlichen Vorträge zu hören. Zu Adina Nichiteans Präsentation kann ich leider nichts sagen, da sie parallel mit Tims Talk lief. Sie kam als einzige Frau des Developer-Tracks leider unglücklich zum Handkuss. Danach jedenfalls gab es noch einen interessanten Beitrag über zentrales Logging in Magento (nicht nur, aber auch für Multi-Server-Setups) sowie eine ebenfalls gute Session zu Applikations- und Deployment-Management.

Aftershow-Party in der Moritz-Bastei.Dann war es auch schon 18 Uhr. Zeit für eine kurze Erfrischung, bevor der nächste Weg zur Aftershow-Party in der Moritzbastei führte. Dort konnte man nach Lust und Laune entweder den Abend gemütlich bei Essen & Getränken ausklingen lassen oder sich die Nacht um die Ohren schlagen.

Am nächsten Morgen konnte man beobachten, dass sich durchaus einige für Option zwei entschieden haben. Insgesamt wuchs die Konferenz ein wenig und konnte über 600 Teilnehmer begrüßen. Da darunter doch einige Eintagesticketbesitzer und Nachtzumtagmacher zu finden waren, waren die Reihen am zweiten Tag etwas lichter. Doch auch das kann ja angenehm sein.

Launiger Spruch bei Thomas Lohner: "Das kannste schon so machen, aber dann isses halt Kacke."Vinai Kopp demonstrierte, wie er seinen eigenen kleinen Shop mit einem AngularJS-Frontend versah, der über REST mit Magento kommunizierte. Als letzter offizieller Redner im Entwickler-Raum beäugte Thomas Lohner von SysEleven kritisch 10 häufig publizierte Performance-Optimierungs-Tipps. Mit seinem lockeren Vortragsstil (siehe Foto rechts: „Das kannste schon so machen, aber dann isses halt Kacke.“) war das ein angenehmer Abschluss für die Präsentationen.

Doch wir Entwickler gaben uns damit nicht zufrieden. Während die Marketer und Händler ihre Tracks beendeten, die Konferenz verließen und die Sponsoren und Aussteller ihre Stände abbauten begann für uns das BarCamp. Dort wurden mehr oder weniger spontan diverse Themen, Tools und Entwicklungen vor- sowie Fragen gestellt. Und erst als auch die letzten ihre Züge erreichen mussten, war die Meet Magento dann wirklich aus.

Fazit

Hackathon-T-Shirts, gesponsert von LimeSodaDer Rückflug nach Wien.Das war sie also, die 8. Meet Magento Deutschland in 6 Jahren. Es war wie in den Jahren zuvor eine schöne Erfahrung. Beim Hackathon habe ich wieder einiges gelernt, in Gesprächen schöne Geschichten ausgetauscht und Spannendes erzählt bekommen. Die Organisation der Konferenz durch Netresearch war durchweg gelungen, das Hotel (Motel One) empfehlenswert, das Wetter mehr April- als Mai-würdig. Einige Vorträge waren interessant, andere nicht ganz so, der überwältigende Talk hat gefehlt, doch dafür hat Tims Vortrag dafür gesorgt, dass die Community und Szene wieder einmal ein wenig über sich und seine Praktiken nachdenken wird.

Das Völkerschlachtsdenkmal und den Zoo von Leipzig habe ich immer noch nicht gesehen. Aber vielleicht stehe ich nächstes Jahr wieder früh auf.

 

 

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