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Kategorien und Filter im Webshop: So macht man’s richtig!

Kategorien und Filter in Webshops tun auf den ersten Blick dasselbe: sie schränken das angezeigte Produktsortiment ein. Bei genauerer Betrachtung gibt es dennoch entscheidende Unterschiede zwischen den beiden, derer man sich bewusst sein muss, um sie richtig zu nutzen.

Dieser Blogpost liefert Best Practices, mit denen Sie das beste aus beiden Funktionen herausholen können.

Was ist eine Kategorie?

Kategorien sind die Grobunterteilung Ihres Produktsortiments und vergleichbar mit Abteilungen in Offline-Stores. Sie schließen sich gegenseitig aus, das bedeutet, man kann nicht in zwei unterschiedliche Kategorien gleichzeitig navigieren.

Sie haben in der Regel „schöne“ sprechende URLs, also z.B. https://www.ihredomain.com/hauptkategorie/unterkategorie.html, welche von den Suchmaschinen indiziert werden sollten.

Was ist ein Filter?

Filter sind ein praktisches Werkzeug, um das Produktsortiment innerhalb einer Kategorie weiter einzuschränken. Der Vorteil von Filtern ist, dass sie beliebig miteinander kombiniert werden können.

Filter werden in der Regel als Parameter an die zugehörige Kategorie-URL hinten angefügt, , also z.B. https://www.ihredomain.com/hauptkategorie/unterkategorie.html?filter1=wert1&filter2=wert2.

Bei der Indizierung von Filter-Seiten durch Suchmaschinen ist aus 2 Gründen Vorsicht geboten: Einerseits, da massenhafte Zugriffe von Bots innerhalb kürzester Zeit die Performance Ihres Shops merklich beeinträchtigen können. Andererseits da verschiedene Filterseiten einander so ähnlich sind, dass sie von den Suchmaschinen als Duplicate Content bewertet werden. Hier ist man also gut beraten, einen SEO-Experten Hand anlegen zu lassen, um diese Probleme vorab zu unterbinden.

Best Practices Allgemein

Wie bei der Optimierung der Produktseite auch gilt: Kennen Sie Ihre potentiellen Kunden und gehen Sie auf sie ein! Den Kategoriebaum und die Filter also einfach von einem erfolgreichen Mitbewerber zu kopieren, mag zwar vordergründig bequem für Sie, für Ihre Kunden aber höchstwahrscheinlich nicht optimal sein. Stattdessen müssen Sie Umfang, Struktur und Wording von Kategorien und Filtern auf Ihr Sortiment und Ihr Klientel abstimmen. Dafür empfiehlt sich die

Beispiel: Sind Ihre potentiellen Kunden überdurchschnittlich markenbewusst, macht es durchaus Sinn, die einzelnen Marken als Kategorieseiten anzubieten. Bei preisbewusstem Klientel hingegen sind die Marken als Filter völlig ausreichend, es macht aber wiederum eine eigene Kategorie Sale Sinn.

Best Practices Kategorien

  1. Erlauben Sie, dass auch Überkategorien aufgerufen werden können. Immer wieder trifft man auf Shops, in denen man nur auf die unterste Kategorie-Ebene zugreifen kann. Sofern Sie zusätzlich Filter anbieten, gibt es eigentlich keinen Grund dafür.
  2. Weniger ist mehr. Vermeiden Sie „Überkategorisierung“, also die zu kleinteilige Aufsplittung Ihres Sortiments. Sie treiben Ihre potentiellen Käufer damit nämlich einerseits in eine Sackgasse, aus der sie schwer herauskommen und wo sie die gewünschten Produkte nicht (einfach) finden können. Andererseits nehmen Sie sich die Möglichkeit, ihnen auch andere Produkte zu zeigen, die sie potentiell interessieren könnten. Die Beschränkung auf max. 3 Kategorie-Ebenen ist eine gute Faustregel und sollte auch für große Produktsortimente ausreichend sein.

Ein Praxis-Beispiel

Max ist auf der Suche nach einem schwarzen T-Shirt. Die Kategorie Männer > T-Shirt ist in Ihrem Shop nicht direkt erreichbar. Stattdessen muss sich Max zuerst noch für eine Markenkategorie entscheiden. Um nun alle von Ihnen angebotenen schwarzen T-Shirts zu finden, ist er also gezwungen

  1. Ihre Suche zu verwenden oder
  2. jede einzelne Markenkategorie nach der Farbe Schwarz zu filtern und die Produkte dann über mehrere Browser-Tabs oder die Vergleichsliste zu vergleichen

Was er mit ziemlicher Sicherheit nicht tun wird, sondern stattdessen frustriert dauerhaft zu Ihrer Konkurrenz wechselt.

Best Practices: Filter

Inhaltliches

  1. Während bei den Kategorien das Prinzip „Weniger ist mehr“ gilt, kann man bei Filtern großzügiger sein. Filter sollten die Beratungsleistung eines guten Verkäufers im Offline-Store übernehmen und so alle möglichen Kaufentscheidungskriterien abdecken.
  2. Daher: Überlegen Sie sich die Filter und Filteroptionen Kategorie für Kategorie.

Benutzerfreundlichkeit

  1. Platzieren Sie die Filter an gelernten Plätzen, also links neben oder über der Produktliste. Hierbei solte man sich auf keine Experimente einlassen.
  2. Ein Filter muss nicht unbedingt ein Textlink oder eine Checkbox sein. Verwenden Sie unterschiedliche Eingabeelemente für unterschiedliche Filter.
    Beispiele:

    Farben: Anzeige von Farbkästchen

    Bewertungen: Angezeige der Sterne

    Preis: Slider mit Texteingabefeldern

  3. Lassen Sie den Benutzer mehrere Optionen eines Filters gleichzeitig auswählen. Machen Sie sich aber schon vorher darüber Gedanken, was das konkret bedeuten soll.
    Beispiel: Wählt der Benutzer beim Filter Größe die Optionen S und M, müssen alle Produkte angezeigt werden, die in S oder M verfügbar sind. Wählt er beim Filter Funktionen aber die Optionen wasserdicht und knitterfrei kann hingegen gewollt sein, dass er nur die Produkte sehen möchte, die beide Eigenschaften in sich vereinen.
    Wie immer steht im Vordergrund, den dahinterstehenden Kundenwunsch zu verstehen und bestmöglich zu bedienen.
  4. Um auch bei langen Filterlisten die Übersicht zu bewahren, sollte man die Optionen pro Filter aus- und einklappbar machen. Die am öftesten benutzten Filter klappt man standardmäßig auf, alle anderen schließt man.

    aus- und eingeklappte Filter

  5. Achten Sie darauf, dass Optionen innerhalb von Filtern sinnvoll gereiht sind. Nach welchen Kriterien das zu passieren hat, variiert von Filter zu Filter.
    Beispiel: Bei Markenfiltern kann es Sinn machen, alphabetisch aufsteigend zu sortieren, bei Größen (XS, S, M, L, XL) sicher nicht.
  6. Blenden Sie Filteroptionen aus,…
    1. zu denen es keine Ergebnisse gibt. Nichts frustriert mehr, als plötzlich auf einer leeren Kategorieseite zu stranden.
    2. die das gesamte verbleibende Produktsortiment umfassen. Deren Auswahl bietet dem potentiellen Kunden nämlich keinerlei Mehrwert.
  7. Zeigen Sie an, nach welchen Optionen gerade gefiltert wird.

    Ausgewählte Filteroptionen

    Einerseits zentral für alle Flter mit der Möglichkeit, die gesamte Filterung auf einmal aufzuheben. Andererseits bei jedem einzelnen Filter mit der Möglichkeit, den Filter einzeln zurückzusetzen.

Technisches

  1. Oft werden Kategorien und Filter(optionen) nicht im Webshop selbst, sondern in einem Drittsystem (ERP, PIM,…) gewartet und dann über eine Schnittstelle eingespielt. Die ausgefeiltesten Kategoriebäume und Filter helfen Ihnen aber nichts, wenn Ihr Drittsystem die dafür benötigten Daten nicht warten oder übermitteln kann. Stellen Sie also schon frühzeitig die Datenwartung sicher.
  2. Ich weiß, ich wiederhole mich. Da die Auswirkungen dessen aber schwerwiegend sein können, dennoch zur Erinnerung: Stellen Sie sicher, dass Filterseiten aus SEO-Sicht korrekt gehandhabt werden.

Sie haben noch Fragen? Ihnen raucht der Kopf? Macht nichts, Sie wissen ja, wie Sie uns kontaktieren können – wir helfen gerne weiter! :-)

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