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Google: Suchmaschine, Assistent, Künstliche Intelligenz

Google arbeitet mit Hochdruck daran, sich zu einer universellen Suchmaschine in einem universellen Ökosystem zu entwickeln. Marcus Tandler informierte in der Keynote der österreichischen SEO-Konferenz SEOkomm über aktuelle Entwicklungen, weitere Speaker ergänzten weitere Aspekte. Das Titelbild zeigt Kai Spriestersbach vor seiner Folie zur Komplexität der Google-Suche und lässt auf der Konferenz alle aufatmen: SEO ist nicht tot :-)

Hinsichtlich der Suche geht es zunehmend darum, sogenannte „Entitäten“ zu listen als Websites. Entitäten verstehen sich hier im semantischen Sinn als Dinge wie Firmen, Personen, Städte oder Rezepte. Google versteht also, dass ein Text Informationen zu einer bestimmten Entität erhält. Und neben Texten gilt dies genauso für Tonaufnahmen, Videos oder Apps. Entitäten bieten einen riesigen Vorteil: sie sind sprachagnostisch. Hat der Suchalgorithmus erstmal verstanden, dass es darum geht, dass der Stephansdom 136 Meter hoch ist, so kann diese Information in jeder Sprache verwendet werden. Google hat daher auch nur einen Suchindex für alle Länder/Sprachen.

Google versteht und produziert Videos

Die Suchmaschine listet also künftig Entitäten und springt dann zur exakten Stelle im Video oder im Text. Google steht laut Marcus Tandler knapp davor, Video-Informationen genauso gut zu verstehen wie Text. Zusätzlich hat Google damit begonnen, Videos nicht nur zu verarbeiten, sondern gefundene Informationen auch wieder automatisch zu Videos aus unterschiedlichen Quellen zusammenzustellen. Diese werden als AMP-Videos in den Suchergebnissen ausgegeben. Für Firmen und Suchmaschinenoptimierer bedeutet dies, dass künftig Informationen optimiert werden und nicht Websites.

Von Mobile first zu AI first

Der Google-Roboter zum Einlesen von Informationen verhält sich bereits ausschließlich wie ein Mobilgerät. Durch den Fokus auf Entitäten bedeutet Mobile first Indexing nun eigentlich Entity first Indexing. RankBrain ist ein von Google entwickelter, selbstlernender Algorithmus. Mit dieser künstlichen Intelligenz (artificial intelligence, AI) lernt Google, wann welche Rankingfaktoren funktionieren. Und wie immer bei selbstlernenden Algorithmen:

„Google versteht wie RankBrain funktioniert, aber nicht wirklich, was es macht“
Paul Haar, Ranking Engineer bei Google

Trust – no one?

Misst Google die Vertrauenswürdigkeit von Websites? Marcus Tandler verneint dies im Sinne eines Messwerts. Eher ist es Schwarz-Weiß: Google vertraut einer Seite hinsichtlich eines bestimmten Themas oder nicht. Es gibt also nicht die universell vertrauenswürdigen Seiten, sondern für jede Nische „Hidden Champions“. Damit die eigene Seite Nischen-Autorität erhält, zählt nur eines: Extrem gute Inhalte. Diese Content-Qualität geht über alles.

Google als Retter des Einzelhandels?

Während der Online-Handel mit der Speerspitze Amazon zunehmend den stationären Einzelhandel verdrängt, startete Google in den USA einen anderen Ansatz. Über Google Express sammelt Google Online-Bestellungen bei lokalen Händlern ein und liefert diese aus.

Eine Unterhaltung mit dem Google Assistant

Immerhin auf 5.000 Arten sagen wir Menschen dem Google Assistant, dass er für uns einen Wecker stellen soll :-). Je mehr wir interagieren, desto besser verstehen uns Alexa, Siri & Co. Voice Search, also die Suche per Sprachbefehl ist ebenfalls bereits ein großes Thema. Heutige Schülerinnen und Schüler nutzen dies sehr ungezwungen. Sehr spannend für den E-Commerce sind Voice-Bestellungen: Besonders bei Themen die wenig Recherche benötigen („Waschmittel“), werden große Zuwächse erwartet.

Pfiat di Chrome OS, baba Android

Seit geraumer Zeit arbeitet Google daran, seine Betriebssysteme Chrome OS und Android (das größte mobile Betriebssystem der Welt) zu ersetzen. Der Lichtstreif am Horizont heißt Fuchsia. Auf Github ist bereits eine Webdemo verfügbar. Fuchsia basiert nicht mehr auf Linux sondern auf  Zircon (ehemals Magenta). Es ist ein universelles Betriebssystem, das auf Desktop oder Mobiltelefon ebenso eingesetzt werden kann wie in Ampeln, Haushaltsgeräten oder dem Raspberry Pi 3. Vorbild für Teile von Fuchsia soll das chinesisch WeChat sein.

P zu dem W zu dem A

Progressive Web Apps revolutionieren gerade die Architektur von Websites und Apps. Ein unabhängiges Frontend kommuniziert ausschließlich über Schnittstellen mit dem Backend. Sie können gleichzeitig Website und im Appstore (Google Play) gelistet sein. Man verwendet sie online und offline. Wie Apps können sie auch zum Homescreen auf Mobiltelefonen hinzugefügt werden. PWAs passen sehr gut in das neue Entity first Indexing Konzept und lassen sich exzellent tracken und analysieren. Daher sagt Google: „Think PWA“.

Medic Update & Klickraten

Bei den beiden 2018 ausgerollten, sog. „Medic“-Updates des Ranking-Algorithmus wurden Unterseiten mit vielen Listungen auf Suchergebnisseiten, aber wenigen Klicks, abgewertet. Eigentlich eine verständliche Maßnahme. Wozu Platz in den Suchergebnissen für Seiten verschwenden, die ohnehin nicht geklickt werden. Es lohnt sich also, die Klickrate (click through rate, CTR) in den Suchergebnisseiten bei Google zu beobachten und zu optimieren. Die CTR ist in der Google Search Console ersichtlich und kann vor allem über die Verbesserung des Website-Titels und der Kurzbeschreibung verbessert werden. Übrigens: Steigt die CTR plötzlich bei einer Seite um zB mehr als 50%, ist dies ein starker Hinweis für das Erreichen der „Position Zero“, also der nullten Position in einer Box oberhalb der generischen Suchergebnisse.

Tipps & Kurzinformationen

  • Google Search Console: Über das API, also die kostenlos verfügbare Schnittstelle lassen sich mehr Informationen auslesen als über das Webinterface.
  • Strukturierte Daten: Wo immer möglich sollten Informationen im Quelltext als strukturierte Daten nach schema.org ausgezeichnet werden. ZB FAQ, Produkte, Rezepte oder Jobinserate. Oder „Speakable“ für gesprochene Inhalte
  • Linkbuilding: Der Aufbau von Links nur der Links wegen ist sinnlos. Nur wenn über Links auch Zugriffe kommen, sind diese aus Sicht von Google auch wertvoll.
  • Die Jagd nach dem Long Click: Bleiben User nach Klick auf ein Suchergebnis lange auf einer Seite, so ist dies für Google ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Dies wird als „Long Click“ bezeichnet.
  • Google Smart Reply: Die aus der Websuche bekannte Autovervollständigen-Funktion wird auch beim Schreiben von E-Mails in Gmail verfügbar sein. Google schlägt dabei während des Schreibens die Vervollständigung des begonnenen Satzes vor.
  • Sympathy for the devil: 2018 wurde „Don’t be evil“ aus den Google-Firmenrichtlinien gestrichen. Was das wohl bedeutet?

Das war ein Überblick über aktuelle Entwicklungen rund um Google. Für Fragen dazu oder zu den möglichen Auswirkungen auf Ihr Webprojekt stehe ich gerne zur Verfügung!

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