LimeSoda Blog

Das neue Google Design – Was hat sich geändert?

Es gibt vermutlich keinen einzigen Web-Benutzer in Europa, der die heute marktführende Suchmaschine Google nicht kennt. Bereits 1996 starteten Larry Page und Sergei Brin den Google Vorläufer »BackRub«. Zwei Jahre später (1998) bekam die Suchmaschine den Namen »Google«. Google stach seit den Anfängen heraus, weil die Suchmaschine sehr schlicht gehalten war. Die längste Zeit bestand die Startseite beinahe ausschließlich aus dem Google-Logo und dem Sucheingabefeld. Alle anderen zu dieser Zeit etablierten Suchanbieter pflasterten ihre Seiten regelrecht mit Werbeanzeigen zu, um sich zu finanzieren. Damit und mit ausgezeichneten Suchresultaten nahm der Siegeszug der Suchmaschine ihren Lauf.

Zuerst fasse ich etwas zur bisherigen Geschichte von Google zusammen, weiter unten gehe ich näher auf die aktuellen Design-Experimente von Google ein, die derzeit scheinbar nur wenigen Usern angezeigt werden dürften.

Google und sein Layout im Wandel

Im Web kann man auf mehreren Seiten die Entwicklungsgeschichte der Google-Startseite betrachten. Die Entwicklung der Suchergebnis-Seiten (SERPs – Search Engine Result Pages) ist aber um Vieles interessanter. Leider ist diese Entwicklung durch Bilder viel schlechter dokumentiert und auch über das Web-Archiv lassen sich Suchergebnisseiten natürlich nicht mehr abrufen.

Bereits beim Start 1998 war die Suchmaschine schon frei von Ballast, besaß aber im Vergleich zum Layout von 1999 noch eine türkise Leiste mit zahlreichen Links zu Spezialsuchen, einer Newsletteranmeldung sowie zu Hilfe, Company-Infos und Stellenausschreibungen. So kann man auf wayback.archive.org (siehe Link oben) auch nachlesen, dass nicht nur Programmierer und Marketing-Spezialisten, sondern auch ein Koch gesucht wurden. Bereits damals gab es schon die berühmten Google-Doodles (Logo-Variationen), zum Beispiel für das Burning Man Festival und Thanksgiving.

1999 wurde das Design schlichter. Zu sehen waren nur noch das Google-Logo, die Such-Eingabe, ein »More Google!«-Link und eine kurze Copyright-Info. Nie wieder sollte die Google Startseite seither weniger Links zeigen. Der Fokus war nun so eindeutig wie bei keiner anderen Suchmaschine dieser Zeit auf die Web-Suche ausgerichtet.

Im Jahr 2000 verschwand das BETA aus dem Google-Logo, welches sich nun auch in einer neuen Version zeigte. Die Farben des Logos blieben wie gehabt Blau, Rot, Gelb und Grün – ebenso blieb der leichte 3D-Effekt sowie der Schlagschatten. Neben dem BETA-Schriftzug verschwand auch das Rufzeichen nach dem Google-Logo. Stattdessen taucht nun der Hinweis »SM« (Service Mark) nach dem Logo auf. Die wesentlichste Veränderung betrifft aber die Typographie des Logos, denn die vormalige Schriftart wurde zugunsten der »Catull« verworfen. Google erhielt nun auch die ersten 10 Sprachversionen (deutsch, französisch, schwedisch, finnisch, spanisch, portugisisch, holländisch, norwegisch, dänisch, chinesisch, japanisch und koreanisch) und auch die Werbeplattform Google AdWords startete mit 350 Kunden.

Nach den 9/11 Attentaten im Jahr 2001 sowie nach den Attentaten in Madrid machte Google die einzigen Ausnahmen in seiner Geschichte und zeigte neben den üblichen Startseiten-Elementen auch Links zu Kondolenzen sowie zu News zu der jeweiligen Thematik an. Google ist inzwischen bereits in 21 Sprachen verfügbar und startete in diesem Jahr auch seine Bildersuche.

2002 ist Google in 72 Sprachen verfügbar. Es werden Linkreiter zur neuen Bildersuche, Gruppen, etc. über dem Eingabefeld eingeführt. Auch Google News und Google Froogle (die spätere Produktsuche) werden in diesem Jahr gelaunched.

2003 startet Google Print (die spätere Google Buch-Suche).

Der Konzern vereinfacht sein Layout erst 2004 wieder ein wenig. Google führt in diesem Jahr seinen Dienst Local (ein Vorgänger von Google Places) ein und übernimmt das Unternehmen »Keyhole«, dessen Angebote später in Google Earth einfließen werden. Inzwischen ist Google über mehr als 100 Domains erreichbar.

2005 geht schließlich auch Google Maps online, Google Inc. übernimmt Urchin, das heute als Googles kostenloses Web-Analyseprogramm Google Analytics bekannt ist und die personalisierte Web-Suche wird erstmals getestet. Mittels Login ist es mit iGoogle nun auch möglich, das Design und die Elemente der Google Homepage auf eigene Bedürfnisse und Wünsche anzupassen. Auch auf Mobiltelefone wird nun Rücksicht genommen – die Google Mobile Web Search wird veröffentlicht.

2006 führt Google eine Linkzeile über dem Google-Logo ein, die den Login-Status verdeutlicht. Google übernimmt Writely, das die Basis für Google Docs bilden soll, sowie die bekannte Videoplattform YouTube und stellt den Google Kalender sowie Google Trends online. In Google Maps wird erstmals Google Street View vorgestellt.

2007 wandern die zusätzlichen Links der ehemaligen Linkreiter ebenfalls in diese neue Kopfzeile. In die Suchergebnisse werden nun auch Ergebnisse der Universal Search (Videos, Bilder, News, Bücher und Karten) integriert.

2008 wird Googles Browser Chrome und das erste Android Handy »G1« werden vorgestellt.

2009 wurde das Suchfeld verbreitert und gegen Ende des Jahres verschwanden schließlich alle Elemente außer dem Google-Logo und dem Eingabefeld. Erst nach einer Mausbewegung erschienen die weiteren Elemente wieder im Browser. Dieses Ausblende-Verfahren wurde eine Zeit lang beibehalten, doch schließlich kehrte man wieder dazu zurück, sofort alle Seitenelemente anzuzeigen. Google trifft mit Twitter eine Vereinbarung, Twitter-Updates in die Suchergebnisse zu integrieren – Mit der neuen Real-Time Search zeigt Google nun aktuelle Informationen aus Google News und Twitter. Chromium OS – ein Google Betriebssystem auf Linux-Basis wird vorgestellt.

2010 spendierte Google seinem Logo erneut eine Auffrischung. Die Farben wurden ein wenig aufgehellt und die Schatteneffekte stark abgeschwächt. Das Logo wirkt nun moderner und frischer. Zusätzlich erhielten die Buttons »Google-Suche« und »Auf gut Glück!« einen leichten Grauverlauf. Die Suchergebnisseiten erhalten eine zusätzliche vertikale Navigationsleiste auf der linken Seite. Die Google-Suche wird mit dem Dienst »Google Instant« versehen, der während der Eingabe bereits versucht, Ergebnisse für die erwartete Eingabe anzuzeigen. Die Google Instant Previews zeigen nun Screenshots zu jedem Suchergebnis. Die Google Bildersuche erhält ein neues Design, bei dem die Bilder stärker in den Vordergrund treten.

Anfang 2011 schließlich erhielt die Kopfzeile ein Zahnrad-Icon für die Einstellungen und etwas später auch eine blassgraue Hinterlegung. Der Google +1 – Button wird vorgestellt. Damit können Google User Suchergebnisse, Webseiten und Werbeanzeigen bewerten. Nun können bestimmte Suchergebnisse auch individuell blockiert werden. Google Navigation macht aus Google-Android Mobiltelefonen Navigationsgeräte.

Googles neue Kleider (Juni 2011)

Auch jetzt gerade stellt Google nach und nach sein Design um. Bereits öfter hat Google die Suchergebnisse erweitert und leicht verändert. So lassen sich mittlerweile Suchergebnisse sogar um Sternbewertungen, Datum, Rezeptdaten usw. mittels Mikroformat-Einbindung erweitern und manche Suchergebnisse werden von der Suchmaschine auch mit sogenannten Sitelinks ergänzt. Auch die Position der AdWords-Anzeigen sowie der Universal Search wurden immer wieder neu positioniert und getestet. Auf der linken Seite kam 2010 schließlich auch eine weitere Navigationsleiste hinzu.

Wie es aussieht testet Google die neuen Suchergebnisse aktuell an wenigen Endnutzern. Wie diese Auswahl geschieht, kann ich nicht sagen, aber im gesamten Büro bin ich der Einzige, der das neue Layout angezeigt bekommt – sowohl eingeloggt, als auch ausgeloggt.

Nun aber zu den wichtigsten Änderungen, die ich auf die Schnelle erkennen konnte: Ganz offensichtlich wurde einiges am Layout geschraubt. Google glänzte bisher nicht oft durch gute Grafik, doch seit Android und Chrome hat sich einiges getan. Das neue Layout wirkt übersichtlich und aufgeräumt. Besonders auffällig ist der Such-Button, dieser ist nun blau und zeigt eine Lupe. Die Farbe passt sich somit auch schön dem Google Browser Chrome an. Das Suchfeld auf der Suchseite ist mit einem hellgrauen Bereich hinterlegt, der die gesamte Bildschirmbreite einnimmt. Auffällig ist auch die Navigation auf der linken Seite, die sich nun in Rot- und Grautönen hält.

Die Suchergebnisse selbst bestehen weiterhin aus einem Seitentitel, zwei Beschreibungszeilen und einer URL, sowie teils aus Sitelinks, Universal-Search Ergebnissen und der kürzlich eingeführten Live-Preview. Nun befindet sich die URL neuerdings jedoch zwischen Titel und Beschreibung. Die neue Darstellung der URL hebt dieselbe stärker als bisher hervor. Vielleicht sollte man diese nun noch mehr denn je optimieren. Was ich vermisse sind die eben erst eingeführten Rich Snippets. An den Farben der Suchergebnisse scheint sich hier wenig geändert zu haben.

Nun bleibt abzuwarten, ob es sich hierbei lediglich um einen Test handelt, oder ob wir bald alle in den Genuss dieser Darstellung kommen werden.

Nachtrag:

28.06.2011: Heute zeigte mir ein Kollege, wie »sein« Google aussieht. Hier wird mit einem dunkelgrauen Kopfbalken experimentiert. Wie es aussieht untersucht Google gerade das Verhalten der Nutzer bei unterschiedlichen Google-Layouts.

28.06.2011: Inzwischen hat Google einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Noch keine Bewertungen.